Wolverine: Weg des Kriegers

Trotz guter Ansätze gelingt es Regisseur James Mangold in “Wolverine: Weg des
Kriegers” nicht, der Komplexität seines Protagonisten gerecht zu werden.

Nachdem sich die X-Men in alle Winde verstreut haben, führt Logan alias Wolverine (Hugh Jackman) ein Einsiedlerleben in den Bergen Kanadas. Dort bekommt er unerwartet Besuch von der Japanerin Yukio (Rila Fukushima). Diese teilt Logan mit, dass sein alter Bekannter Yashida (Hal Yamanouchi) im Sterben liegt und ihn sehen möchte. Wenig begeistert begleitet Logan die rothaarige Kriegerin nach Tokio. Dort erhält er ein unerwartetes Angebot: Mittels eines wissenschaftlichen Verfahrens ist es möglich, die Selbstheilungskräfte des steinalten Mutanten auf Yashida zu übertragen, was den alten Mann retten und Logan ein normales Leben als Sterblicher ermöglichen würde. Bevor sich der Wolverine aber entscheiden kann, stirbt Yashida. Auf seiner Beerdigung wird die Trauergemeinde von Samurai-Kriegern überfallen. Logan stellt sich der Übermacht, ohne zu wissen, dass diese nur die Spitze des Eisberges ist…

Die Comic-Figur des Wolverine ist bereits sechsten Mal Bestandteil einer Kino-Adaption. Neben seiner Rolle als einer von vielen Mutanten in den vier “X-Men”-Filmen, kam 2007 mit “X-Men Origins: Wolverine” der erste eigenständige Film über den Wolfsmenschen auf die große Leinwand. Regisseur Gavin Hood verpasste aber vor lauter Action-Einlagen die Gelegenheit, der Figur mehr Tiefgang zu verleihen. James Mangold wollte es mit “Wolverine: Weg des Kriegers” nun besser machen, bringt die innere Zerrissenheit seines Titelheldens aber nur gelegentlich auf den Punkt. Die Eröffnungssequenz gehört noch zu den stärksten Momenten der Comic-Verfilmung, wenn Logan den japanischen Soldaten Yashida im Zeiten Weltkrieg vor der zerstörerischen Atombombe auf Nakasaki rettet. Auch das folgende Kapitel, in dem Logans Einsiedlerleben geschildert wird, ist betont düster inszeniert. Seine grimmige Entschlossenheit im Zwist mit den Dorfbewohnern macht Hoffnung auf eine zu allem bereite Hautpfigur.

Doch sobald das Geschehen nach Tokio verlegt wird, steht einmal mehr die Action im Vordergrund. Die Brisanz von Logans möglicher Sterblichkeit geht im Kampfgetümmel unter. Wenn der Wolverine mal wirklich böse werden will, wird das durch lediglich angedeutete und verharmloste Gewaltszenen verhindert. Auch die Gegenspieler werden nur oberflächlich charakterisiert und ihre wahren Motive bleiben im Dunkeln. So weiß man beispielsweise bei der Schlangenlady Viper (Svetlana Khodchenkova) bis zum Schluss nicht, was sie mit ihrem perfiden Spiel bezwecken will. Für die romantische Komponente muss Yashidas Enkelin Mariko (Tao Okamoto) herhalten. Ihrer Liaison mit Logan fehlt es allerdings an jegliche Substanz – viel interessanter wäre es gewesen, Logans Kampf mit sich selbst ausführlicher zu thematisieren.

Infos zu WOLVERINE - WEG DES KRIEGERS
 
Kinostart25.07.2013
Länge126 Minuten
GenreAction / Fantasy
RegieJames Mangold
DarstellerHugh Jackman
Tao Okamoto
Rila Fukushima
u.a.
Verleih20th Century Fox
Punkte6 / 10

by Stefan Huhn

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