White House Down

white_house_down

Terroristen übernehmen das Weiße Haus – das kommt einem doch bekannt vor. Dabei hat Roland Emmerichs “White House Down” mit einem Starttermin nach Fuquas “Olympus has Fallen” nicht gerade die beste Ausgangsposition, um die Massen für sich zu begeistern. Schwant einem noch Böses, wenn man die Handlungszusammenfassung des Filmes liest und fühlt man sich während des Lesens auch in einem nimmer enden wollenden Deja-Vue gefangen, so kann “White House Down” schließlich gerade deshalb punkten, weil man ihn fälschlicherweise als 1:1-Abklatsch von “Olympus has Fallen” erwartet hat.

Wo Fuquas Film einen kompetenten Aaron Eckhart als Präsidenten bietet, hat “White House Down” einen Jamie Foxx in Höchstform. Wo “Olympus has Fallen” Gerard Butler als brutale Ein-Mann-Armee Mike Banning hat, setzt “White House Down” auf Channing Tatum als Ex-Cop John Cale, der seine Teenage-Tochter beeindrucken will. Ist Mike Banning beim Secret Service in Ungnade gefallen, ist John Cale gar nicht erst so weit gekommen – sein Vorstellungsgespräch bei selbigem vergeigt er nämlich und während Mike Banning in “Olympus has Fallen” seine Chance auf Wiederanerkennung wittert, als Terroristen das Weiße Haus einnehmen, treibt es John Cale in “White House Down” nicht etwa willentlich in das Terroristenübernehme-Szenario – statt dessen besichtigt er das Weiße Haus gerade mit seiner Tochter, als die Terroristen übernehmen. Hinauslaufen tut beides in etwa auf dasselbe: nur einer kann Welt und Präsidenten, ob nun Aaaron Eckhart oder Jamie Foxx, noch retten – Channing Tatum als ein sich touristisch im Weißen Haus befindlicher Secret-Service-Bewerber oder Gerard Butler als ein wiedereinsteigender Ex-Secret-Service-Held.

Anders als für “Olympus has Fallen”-Regisseur Fuqua ist es für Roland Emmerich dabei nicht etwa das erste Mal, dass er das Weiße Haus zum Ziel eines Anschlags macht: Man vergleiche nur einmal “Independence Day” und das genauso apokalyptische, wie ästhetische Szenario, in dem die Aliens über den Sitz des amerikanischen Präsidenten herfielen. Steht Emmerichs Name durch seine vorherigen Projekte gleichbedeutend für großartige und effektvolle Bilder, so ist es genau jene Action-Ästhetik, die auch “White House Down” eröffnet. Über die Effektivität von Emmerichs Bildsprache lässt sich also kaum streiten. Genauso wenig lässt sich über die schauspielerischen Fähigkeiten von Jamie Foxx und Channing Tatum diskutieren. Das wohl am meisten erfrischende: Trotz der schwierigen Thematik schafft Emmerich es anders als Fuqua, die ideologische Seite im Sinne des USA-Pathos ertragbar zu halten. Nicht zuletzt gelingt ihm das über humoristische Sequenzen, eine augenzwinkernde Darbietung der beiden Hauptdarsteller und das Konzept des Feindes in den eigenen Reihen.

Trotz Botschaft, Humor und Verschwörungsstory bleibt “White House Down” schließlich ein eher seichter Unterhaltungsfilm – wenn auch einer mit Spitzencast und schnell geschnittenen Wahnsinnseffekten. Dabei kann Emmerichs Werk verglichen mit Fuquas “Olympus has Fallen” zwar mit weniger pathetischem Ton punkten, schlussendlich aber muss man anmerken, dass Fuquas Story auf emotionaler Ebene besser wirkt, als Emmerichs Szenario. Wer sich daran jedoch nicht stört, der wird zumindest die Action-Effekte und die schauspielerische Seite des Streifens genießen können.

by Sima Moussavian

Infos zu White House Down
 
Kinostart07.11.2013
Länge131 Minuten
GenreAction/Drama
RegieRoland Emmerich
DarstellerChanning Tatum,
Jamie Foxx,
Maggie Gyllenhaal
u.a.
VerleihSony Pictures
Punkte7/10

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>