Thor 2 – The Dark Kingdom

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Hammermäßige Action in einer etwas zerhämmerten Narration

Nur ein Tor würde das Erfolgskonzept des ersten THOR für das Sequel zerhämmern. Genau dazu jedoch hat sich Marvel-Kopf Kevin Feige zusammen mit Regisseur Taylor offenbar entschieden, denn die Narration des Sequels wirkt, als hätte jemand kräftig mit Thors Hammer darauf herum geschlagen. Statt einer Götterwelt und einem Erdreich wird der Zuschauer dieses Mal in ganze neun Welten hinein geworfen. Leider kann sich das Flair der eigentlich phantasievoll gestalteten Dimensionen wenig entfalten, da Chris Hemsworth bei seinen Aufräumarbeiten für Herrscher und Vater Odin in Millisekunden zwischen den Dimensionen hin und her eilt. Zumindest sorgt er dabei mit seinem Hammer für hammermäßige Action mit interessanten Effekten. Die wirklich schön anzusehende Action des Sequels konzentriert sich jedoch so massiv auf den ersten Teil des Films, dass sie die Aufnahmekapazität und Konzentrationsfähigkeit des Zuschauers übersteigt.

Der zweite Teil des Films ist bis kurz vor Ende wiederum der Narration vorbehalten, die selbst der altbekannten Superhelden-Morphologie entspricht: Das Gute hat sich verbotenerweise verliebt, das Böse will die große Liebe des Guten nötigen und das Gute bricht das Verbot, um seine Liebe zu retten und das Böse zu zerschlagen. In Thors Fall heißt das Folgendes: Fiesling Malekith will Jane missbrauchen, um alle Welten ins Nichts zu absorbieren, doch damit wird es natürlich nichts, denn zusammen mit Eigenling und Illusionsmeister Loki stellt Thor dem siegessicheren Malekith eine Falle.

Sind Timing, Aufbau und Narrationsdichte der Comic-Verfilmug auch noch so kritikwürdig, kann man dem Sequel zumindest eines nicht vorwerfen: Gewöhnlichkeit in Sachen Kameraführung und Erzählhaltung. Beides hat Taylor durchaus abewechslungsreich gestaltet, sodass der Zuschauer dem Film zumindest noch folgen möchte – falle es bei all der Handlungs-, Welten- und Figurenfülle auch noch so schwer. Auch das schauspielerische Können von THORs Protagonisten lässt sich kaum verleugnen, wenn Chris Hemsworth von dem Sequel auch deutlich weniger gefordert wird, als vom ersten Teil. Das liegt vor allem an einem geringer entwickelten, emotionalen Layer, der verglichen mit dem Vorgänger vor allem die ergreifende Emotionalität des packenden Vater-Sohn-Konflikt missen lässt. Zumindest der Humor der Fortsetzung schafft es mit dem augenzwinkernden Ton des ersten Teils auf Augenhöhe, was in erster Linie Tom Hiddleston als Loki zu verdanken ist.

Da steh’ ich nun, ich armer Tor, und bin so klug, als wie zuvor – um zu vermeiden, dass es einem nach dem Kinobesuch genauso ergeht, sollte man sich im Voraus vielleicht etwas mit der nordischen Mythologie beschäftigen. Sehenswert ist der Film schon allein wegen seinen faszinierenden Effekten und seiner eigenen Grundstimmung – also ran an die nordischen Sagenbücher, dann sollte einem auch das eigenständige Zusammenfügen der zerschmetterten Narration gelingen.

by Sima Moussavian

Infos zu Ender's Game
 
Kinostart24.10.2013
Länge123 Minuten
GenreSci-Fi/Action
RegieGavin Hood
DarstellerAsa Butterfield,
Ben Kingsley,
Harrison Ford
u.a.
VerleihConstantin Film
Punkte7 / 10

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