The World’s End

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Eine Sauftour mit den alten Freunden in der alten Stadt. Das hat Alkoholiker Gary sich in seiner Nostalgie wie einen beruhigenden Ausflug in die romantisierte Vergangenheit vorgestellt, doch als Aliens einfallen, mutiert die Kneipentour mit sentimentalem Wert schnell zu einer gewalttätigen Orgie mit horroesken Ausmaßen.

Genre-Satirisch konnte britischer Kult-Regisseur Egdar Wright bereits mit “Shaun of the Dead” und “Hot Fuzz” punkten, jetzt hat er das eingespielte Team aus selbigen Parodien wiedervereint, um sich an einer detailreichen Sci-Fi-Satire zu versuchen, die sich auf jedem Meter von dem lustvollen Zusammenspiel ihrer Protagonisten nährt. Mit Authentizität beweisen Simon Pegg, Nick Frost und Martin Freeman im humorvollem Gemetzel ihr komödiantisches Timing, doch dieses Mal begnügt Wrights Streifen sich längst nicht mit dem englischem Humor. Tatsächlich stellt sich “The Worlds End” als bisher aussagekräftigste Satire des Meisters heraus. So gelingt es der gradlinig englischen Komödie, genauso viele existenziell bedeutungsschwere Dialoge in den Handlungsfluss zu integrieren, wie chaotisch ausgefallene Situations- und Charakterkomik inszeniert wird.

Belehrend oder besserwisserisch wirkt “The World End” dabei glücklicherweise nie. Nicht zuletzt liegt das an der Sympathie, die man für Wrights Andersartigkeit und seine altbekannte Crew bereits aufgebaut hat. Die Feinabstimmung von aussagekräftiger Moral und auflockerndem Humor ist gelungen und anders als in Rogens “Das ist das Ende” befördert der Plot die Diversität und Eigenheit seiner Protagonisten ans Tageslicht, was in zündende und erfrischend ausgefallene Pointen mündet.

Möchte man “The Worlds Ende” als Teil der Blood-and-Ice-Cream-Trilogy betrachten, so handelt es sich mit Sicherheit um den ruhigsten Teil. Die Kontinutität mit den beiden Vorgängern ist dabei jedoch schon durch das Element Cornetto-Eis gewährleistet. Was in “Shaun of the Dead” noch ein Erdbeer-Cornetto war, das die blutigen Szenarien wiederspiegeln sollte, wurde in “Hot Fuzz” zu einem blauen Cornetto zur Wiedergabe des Polizeisujets. In “The World’s End” erwartet einen gemäß jenes Schemas ein grünes Cornetto Mint Choclate Chip, das als materielles Accessoire die bevorstehende Invasion ankündigt.

Auch abgesehen von der gelungenen Anbindung an die beiden Vorgänger nimmt der Streifen regelmäßig Bezug auf andere Genre-Filme, seien es andere Komödien oder respektvoll kritisierte Science-Fiction-Streifen. Sind die Aliens beispielsweise erst einmal eingefallen, so machen jene es sich zur Aufgabe, die Menschen zu globalisieren. Dabei belächelt der Film Produktionen wie Steven Kings “Under the Dome” und nimmt zugleich Bezug auf aktuelle Weltereignisse. So gelingt es dem Streifen tatsächlich, über Kleinigkeiten mediale Bezüge herzustellen. All das macht “The World’s End” zu einer perfekt getimten und grotesk ungewöhnlichen Satire mit angenehm wenig aufdringlicher Moral.

by Sima Moussavian

Infos zu The World's End
 
Kinostart12.09.2013
Länge109 Minuten
GenreKomödie/Sci-Fi
RegieEdgar Wright
DarstellerSimon Pegg,
Nick Frost,
Martin Freeman
u.a.
VerleihUniversal Pictures
Punkte8/10

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