Schlagwort-Archiv: Drama

David Garrett Interview (“Der Teufelsgeiger”)

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München stand am Donnerstag ganz im Zeichen des Teufels(-geigers): Bernard Roses stilisierte Paganini-Biografie mit Star-Geiger David Garrett feierte Premiere im Mathäser Kino. Wie der 32-jährige Garrett uns im Interview verrät, war der Film für ihn von Anfang an ein Herzensprojekt, wenn er die Schauspielerei auch nicht weiterverfolgen möchte. Dass der Musiker den Medienrummel um die eigene Person gewohnt ist, bleibt während unseres Gesprächs durchgehend spürbar. Damit von den Journalisten ja keiner aus der Reihe tanzt, hat er gleich 3 seiner Manager mitgebracht. Nötig wäre das eigentlich nicht gewesen, denn auch Garrett selbst hat die Presse gut im Griff. Allzu viel scheint er nicht von sich verraten zu wollen, doch das ist nicht weiter tragisch, denn kennenlernen kann man einen Musiker wohl am besten über die Musik. Wem unser Interview also nicht ausreicht, der fühle sich dazu aufgefordert, den Soundtrack zum TEUFELSGEIGER zu kaufen, der seit 25.10.2013 zu haben ist und Garrett als Meister der Stilmischung erkenntlich werden lässt. Nun aber erst mal zum Interview…

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“Inside Llewyn Davis” und das menschliche Denken in Bildern

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Die Struktur der menschlichen Kognition ist von mentalen Bildern und Metaphern geprägt. Die äußere Welt wird verbildlicht, damit der Mensch sie verstehen kann – Abstraktes und Allgemeines wird metaphorisiert, damit man sich darauf beziehen kann. Ohne seine Bilder könnte der Mensch sich keine Vorstellung machen. Ohne sie hätte er keine Realität. Man nehme die Zeit: Sie liegt vor einem, hinter einem, geht vorbei und kommt auf einen zu. Zeit ist ein sich bewegendes Objekt – sie kann “gehen” und “kommen”, sie kann “verfliegen” und “stehen bleiben” – so die zugehörige Metapher, die in unserem Geist verankert ist. Solcherlei konzeptuelle Bildübertragungen und mentale Bildstrukturen formen unsere Realität. Oben ist mehr, unten ist weniger. Oben ist gut, unten ist schlecht, denn weniger ist schlecht und mehr ist besser, so eine von Tausenden Realitätsstrukturen, die auf mentalen Metaphern aufbaut. Gedanken in Bilder zu überführen und Wahrnehmungen zu Bildern zu verarbeiten ist demnach die natürlichste Form menschlichen Erlebens. Der Film wiederum ist eine regelmäßige und lineare Aneinanderreihung von zusammenhängenden Bildern und dass uns die Filmkunst derart nahe steht, liegt nicht zuletzt daran, dass sie unseren natürlichsten Erlebnismechanismus – die Bildverarbeitung – sichtbar macht.

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Camouflage

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Wir sind immer erreichbar. Informationen und Bildung sind nur einen Mausklick entfernt. Im Supermarkt warten von jedem Produkt Millionen von verschiedenen Sorten. Wir – die moderne, westliche Gesellschaft – haben die Wahl. Haben wir nun, was wir brauchen? Sind wir nun endlich zufrieden? Nein, das ist es ja gerade: als Kinder unserer Zeit wollen wir immer mehr, sodass zufrieden” und “glücklich” zu immer surrealerem Luxus wird.

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