Straight Outta Compton

Straight Outta Compton

Wuchtig inszeniertes Biopic über die Gangster-Rapper Band N.W.A. mit tollem Soundtrack und mitreißenden Bildern, dem es aber gelegentlich an der nötigen Objektivität mangelt

Mitte der 1980er Jahre ist der sozial schwächere Süden von Los Angeles gekennzeichnet von Drogenhandel und den Auseinandersetzungen zwischen Gangs und Polizei. Um dem Elend zu entkommen, beschließt der talentierte Rapper Eazy-E (Jason Mitchell) zusammen mit dem Musikmanager Jerry Heller (Paul Giamatti) das Label Ruthless Records zu gründen. Weitere Hip-Hopper wie DJ Yella (Neil Brown Jr.), Dr. Dre (Corey Hawkins), Ice Cube (O’Shea Jackson Jr.) und MC Ren (Aldis Hodge) schließen sich dem Projekt an. Unter dem Namen N.W.A. veröffentlicht die Gruppe ihr erstes Studioalbum „Straight Outta Compton“. Während die Anhängerschaft immer größer wird, machen sich die Rapper mit ihren provokanten Texten die Gesetzeshüter zu Feinden…

“Straight Outta Compton” startet gleich mit einem Paukenschlag: Kurz bevor ein Drogendeal zu eskalieren droht, reißt ein Panzerwagen des Sondereinsatzkommandos der Polizei fast das ganze Haus nieder. Hier kämpf jeder gegen jeden und so wird schnell deutlich, dass für den Beteiligten Eazy-E nur die Musik ein Ausweg aus der Gewaltspirale sein kann. Und dieser faszinierende Werdegang des Rappers, samt den Lebensläufen berühmter Kollegen wie Dr. Dre und Ice Cube, wird anhand großartig inszenierter Konzerte – in denen der Zuschauer die ganze Wucht der Musik zu spüren bekommt – sowie zahlreicher ex- und internen Konflikte der Band atmosphärisch und temporeich aufgearbeitet.

Im Fokus steht dabei die Spannung zwischen staatlicher Exekutive und rebellierender Subkultur, denn die Gruppe N.W.A. hat sich in erster Linie auf die Fahne geschrieben, willkürliche Polizeigewalt anzuprangern. Straight Outta ComptonDafür gibt es dann im Film auch zahlreiche bedrückende Beispiele, die allerdings nur die Cops als Ursache für die Konflikte aufführen. Genauso verhält es sich mit der Darstellung des Musikbusiness, wenn Paul Giamatti als Manager Jerry Heller vom Förderer zum Profithai wird. Die Rap-Stars selber hingegen bleiben von Kritik weitestgehend verschont – was vielleicht angesichts der Mitproduzenten Ice Cube und Dr. Dre nicht weiter verwundert. Dennoch hätte der Inszenierung von Regisseur F. Gary Gray etwas mehr Selbstreflexion sicherlich gutgetan, um so auch den Schattenseiten des Hip-Hops wie Drogenkriminalität und Frauenfeindlichkeit mehr Raum zu geben. Musikfans und Freunde von Gangfilmen wie “Boyz n the Hood” und “Menace II Society” sollten sich das packende wenn auch etwas unkritische Biopic „Straight Outta Compton“ nicht entgehen lassen.

by Stefan Huhn

Infos zu Straight Outta Compton
 
Kinostart27.08.2015
Länge147 Minuten
GenreBiopic/Drama/Musik
Regie F. Gary Gray
DarstellerO'Shea Jackson Jr.,
Corey Hawkins.
Jason Mitchell
u.a.
VerleihUniversal Pictures
Punkte7/10

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>