Pretty Little Liars – Wer ist A?

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“You lie, you die” – nach ähnlichem Motto funktioniert ABC Families dramatische Teen-Mystery-Serie Pretty Little Liars, die in Deutschland auf Pay-TV Sender Glitz zu sehen ist. Mittlerweile ist die Verfilmung von Sara Sheparts Romanreihe in den USA bereits in die vierte Runde gegangen und hat sich dort zu einem regelrechten Hype entwickelt. Erfolgszutat 1: ein Bestseller-Roman mit lebensnahen Charakteren, Erfolgszutat 2: eine sinusförmige Spannungskurve, die Episode für Episode neu bedingt und Erfolgszutat 3: eine handfeste Viral Marketing Strategie, die alle nur erdenklichen Sozialen Netzwerke nutzt – der Kult ist am Leben!

Die Serie fokussiert eine Mädchen-Clique, deren Lügen und ihren besten Feind, den unbekannten, wenn auch allgegenwärtigen A. Hat der allsichtige und allwissende Unbekannte die Mädchen zunächst bloß gestellt, indem er ihre Lügen aufdeckte, so hat A sich spätestens nach der ersten Staffel zu einer tatsächlichen Bedrohung entwickelt. Sportlerin Emily, Kämpferin Hannah, die rebellische Aria und die ehrgeizige Spencer können sich in ihrer Heimatstadt Rosewood nicht mehr sicher fühlen. Seit sie ihre einstige Anführerin Alison zu Grabe tragen mussten, weil sie ermordet wurde, erhalten die Mädchen anonyme Drohnachrichten, die ihnen zunächst bei der Aufklärung des Mordes zu helfen scheinen. Tatsächlich jedoch hat A nicht viel mehr im Sinn, als zu verletzen, zu enthüllen und scheinbar sogar zu morden.

Die Serie lebt von einer einzigen Frage: Wer ist A? Was Hollywood als High Concept Idee bezeichnen würde, funktioniert für Pretty Little Liars. Jeder könnte A sein, jeder könnte Alison ermordet haben und jeder könnte die Mädchen untergehen lassen wollen. Oder etwa nicht? Was weiß man nach den bisherigen 42 deutschen Episoden über die unbekannte, mächtig fiese und straßen-kluge Macht, die Rosewood kontrolliert? Wir fassen zusammen:

Von Seiten der Logik her muss A

1. aus Rosewood stammen, da er sich ansonsten nicht hinreichend in der Stadt auskennen würde.
2. den Mädchen nahe stehen, da er sie sonst nicht derart gut einschätzen könnte.
3. Alison gekannt/studiert haben, da er sie andernfalls nicht nachahmen könnte.
4. wissen, wer Alison ermordet hat.
5. viel Freizeit haben, weil er mit Vollzeitjob oder regelmäßigen Schulbesuchen keine Zeit für seine tagesfüllenden Spielchen hätte.
6. über technisches Know-How verfügen, oder zumindest einen Technik-Freak für sich gewonnen haben.
7. ein Vermögen besitzen oder zumindest einen gut betuchten Gönner an seiner Seite haben, weil er seine Spielchen und Accessoires anders kaum finanzieren könnte.
8. Kontakte zur Polizei pflegen, da er andernfalls nicht alle Details zu gerade geschehenen Verbrechen kennen würde.
9. über 21 sein oder zumindest einen Erwachsenen an seiner Seite haben, der ihm bei der Realisierung seiner Spielchen hilft
10 Irgendjemandem in Rosewood als A bekannt sein, da jeder Fehler macht.

Dazu sollte A aus filmjournalistischer Sicht

1. im besten Falle in den ersten Episoden aufgetaucht sein.
2. ein handfestes und nachvollziehbares Motiv für seine Rache an den Mädchen haben.
3. anders als im Buch nicht Alisons Zwillingsschwester sein, da so nur wenig kreative Varianz zur Romanvorlage bestehen würde.

In wie weit die obigen Punkte A tatsächlich identifizierbar machen, sei dahin gestellt. Zumindest formieren sich innerhalb der Fangemeinde von Pretty Little Liars verschiedene Grüppchen, die A längst erkannt haben wollen. Die Top 3 ihrer Theorien sollen an dieser Stelle vorgestellt werden.

A steht für…

Theorie 1: A-live

Ein Großteil aller Pretty Little Liars Fans geht bis heute davon aus, dass Alison am Leben ist. Für jene Theorie spricht bei genauer Betrachtung tatsächlich einiges. Man erinnere sich doch nur an die Halloween Episode der ersten Staffel. pretty_little_liars_2So zeigt die Closing Sequenz hier den Garten der DiLaurentis Familie, aus dessen Boden eine Hand heraus bricht. Ein Hinweis? Will man von Alison als A sprechen, so lässt sich zumindest festhalten, dass ihr das Dasein als unbekannter Allsichtiger am wohl leichtesten fallen würde. Nicht nur kennt sie alle Geheimnisse der Mädchen. Auch stünde ihr als Totgeglaubter doch am meisten Zeit für A-typische Spielchen zur Verfügung. Man vergleiche außerdem das Opening der Serie. So zeigt der Vorspann, wie Alisons Leiche für die Beisetzung vorbereitet wird. Ihr Gesicht jedoch bleibt während der gesamten Sequenz versteckt. In der Tat wirkt die “Leiche”, die uns in der Opening-Sequenz gezeigt wird, ohnehin künstlich wie eine Puppe. Zufall oder wird etwa schon hier impliziert, dass Alisons menschliche Überreste niemals zu Grabe getragen wurden?

Theorie 2: A-ri-A

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Richtig gelesen: Viele Fans wollen A mittlerweile als eines der Mädchen identifiziert haben – vorzugsweise als Aria. Mag jene Theorie auf den ersten Blick auch paradox erscheinen, so spricht bei näherer Betrachtung so einiges dafür. Dass die Serie Arias Rolle als eine Schlüsselrolle vorbereitet, sollte kaum abzustreiten sein. In der ersten Episode steht ihre Rückkehr nach Rosewood im Fokus der Aufmerksamkeit. Erst mit ihrer Heimkehr beginnt der Terror, zuvor hat niemand jemals von A gehört. Aria ist es, die im Vorspann die Mitte der Mädchen bildet und sie ist es, die durch Gestik zur Verschwiegenheit auffordert. Birgt sie das größte Geheimnis von allen? Wie die zweite Staffel uns bis hierher verraten hat, scheint Geisteskrankheit zumindest in ihrer Familie zu liegen – man vergleiche die düsteren Andeutungen, die Arias Serienvater Byron bezüglich seines leiblichen Bruders gemacht hat. Den bedeutendsten Beweis jedoch wollen Vertreter der Theorie direkt von Drehbuchautorin I. Marlene King erhalten haben. So soll jene via Twitter auf die Frage nach As Identität geantwortet haben: “Big A”. Wer die Serie auf jenen Hinweis untersucht, wird feststellen können, dass Mona Aria im Schulkorridor mit “Big A” anspricht. Dass Aria Fan-Beobachtungen zu Folge zudem A-ccessoires wie den schwarzen Hoodie oder die Lederhandschuhe besitzen soll, setzt der Theorie die Krone auf.

Theorie 3: Ezr-A

IAN HARDING

Möchte man die Theorien um die Identität von A nach Wahrscheinlichkeit bewerten, so macht vor allem eines Sinn: Ezra ist A. Auch er taucht bereits in der ersten Episode auf. Auch ihm kommt konzeptuell eine Schlüsselposition in der Handlungsentwicklung zu. Und das alles nur, weil er Arias große Liebe ist? Seine hohe Relevanz für die Serie scheint durch jenes Faktum allein nur minderwertig begründet. Spielt er keine Rolle für die Entwicklungen um A, so würde ihn das zum einzigen Hauptcharakter der Serie machen, der für jenen Handlungsstrang so gut wie irrelevant ist. Ist Ezras Charakter also ein konzeptioneller Bruch, oder hängt er womöglich doch enger mit A zusammen, als die Serie bis hierher durchblicken lassen hat? Ist Ezra A? Wäre er A, könnte das nicht nur seine eigene Schlüsselrolle, sondern zudem die Schlüsselposition von Aria begründen. Fest steht, dass um Ezras Ankunft in Rosewood die ersten Drohnachrichten bei den Mädchen landen. Fakt ist zudem, dass Ezra reif genug ist, a-typische Spielchen zu konzipieren. Über das nötige Geld, um seine Esk-A-paden zu finanzieren, sollte er schon allein wegen seines familiären Hintergrunds leichter verfügen können, als ein Teenager. Doch mehr als nur das: In einer der ersten PLL-Episoden erhält Arias Mutter Ella einen Schreibmaschinen getippten Brief, der ihr die Affäre Ihres Mannes unter die Nase reibt. Ezra zeigt Aria in selbiger Episode stolz seine alte Schreibmaschine. Zufall, oder war er es, der den Brief verfasst hat, nachdem Aria selbst ihm von der Affaire und ihrem Dilemma berichtet hatte? Im Laufe der ersten Staffel zeigt ein Extreme-Close-Up zudem, dass Ezra offenbar großer Fan des Romans “To kill a Mockingbird” ist. Auch das nur Zufall? Als Hanna den Mächen auf Monas Geburtstagsparty schreibt, A erkannt zu haben, beobachtet sie eigentlich Ezra und Aria – hat Ezra sie mit dem Auto angefahren, weil er dachte, sie habe ihn als A erkannt? Was als Noel wenig später versuchte, Ezra zu erpressen: Wollte er wirklich die Note “A!” oder wollte er Ezra mit dem “A” subtil zu verstehen geben, dass er seine Identität erkannt hat? Aussagekräftigster Hinweis für die Ezr-A-Theorie bleibt die Schulball-Episode der ersten Staffel. Hier lässt Spencer sich von einer Wahrsagerin die Zukunft vorhersagen: Jemand in ihrem engsten Kreise habe sich auf einen Mann eingelassen, der gefährlich ist, vielleicht sogar gewalttätig, heißt es von Seiten der Seherin. Begleitend erhält Spencer von A die Aufforderung, sie solle sich für immer von ihrer besten Freundin verabschieden. Da die Mädchen während der Episode gerade Toby Cavanaugh verdächtigen, der Emily zum Schulball ausgeführt hat, scheinen Zukunftsvorhersage und N-A-chricht zunächst auf Emily und Toby bezogen zu sein. Tatsächlich aber könnten genauso gut Aria und Ezra gemeint sein. So sieht man Ezra während des Monologs der Wahrsagerin im Bildhintergrund auf den Korridor hinausstürmen – Aria ihm hinterher. Ist Ezra die vorausgesagte Bedrohung? Soll Spencer sich von Aria verabschieden, weil Ezra sie für sich gewonnen hat und dabei ist, sie auf seine Seite zu ziehen? Gestützt wird die Ezr-A Theorie übrigens auch von einer Aussage Jennas: So verknüpfte jene den Namen des Lehrers gegenüber Aria implizit mit dem Ausdruck “Big Brother is watching you.” In Staffel 3 schließlich taucht Ezra auch noch “zufällig” an T-A-torten auf. Oh und – ist irgendjemandem eigentlich schon mal aufgefallen, wie oft die Handschuh tragende Hand von A im Laufe der Serie den Schlüssel unter Ezr-As Fußmatte herausgeholt hat?

Ja, die Ezr-A-Theorie ist nur schwer von der Hand zu weisen, doch so gut das alles klingen mag, sollte man doch nicht in Vergessenheit geraten lassen, dass Pretty Little Liars eine Vielzahl weitere Charaktere eingeführt hat, die A-bsolut A-tauglich wären. Man erinnere sich an Melissas Ex-Verlobten Wren, der seit Episode 1 immer wieder zurück in die Handlung findet und durch seinen Beruf über Kontakte zur Polizei und Zugriff zu sämtlichen wahrnehmungstrübenden Substanzen verfügt – keine allzu schlechte B-A-sis. Vielleicht steht A ja auch für A-lle. Das zumindest könnte die Allsichtigkeit und Allwissenheit der unbekannten Macht erklären…

by Sima Moussavian

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