Riddick – Chroniken eines Kriegers

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Haudrauf Riddick ist zurück. Einige Jährchen sind seit dem Vorgänger ins Land gezogen – nicht nur in der Realität, sondern auch in der Welt des kultigen Killers. Mittlerweile hat der sich klug wie er ist auf einen Eisplaneten verzogen, um wegen den verheerenden Geschehnissen des letzten Teils nicht eingesperrt zu werden. Irgendjemand hat nun auch noch ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt, doch im altbekannten Gehabe kann Riddick sich gegen die Verfolger behaupten. Dabei stellt er mit, nein, Entschuldigung, ohne tatsächliches Entsetzen fest, dass sein guter Freund Imam al-Walid (Keith David) der Urheber der Kopfgeldjagd ist. Gut, dass er Riddick mit der inszenierten Jagd nur auf seinen Planeten locken wollte, um zusammen mit ihm eine feindliche Übernahme zu stoppen – oder vielleicht doch nicht so gut, denn wir hätten doch nur zu gerne gesehen, was Riddick mit dem verräterischen Freund gemacht hätte. An Action mangelt es dem Sequel aber auch ohne jene Komponente nicht: Monströse Außerirdische, packende Bilder fremder Welten und ein Vin Diesel, der mit allen Wassern gewaschen ist – da ist die Anbindung an den Vorgänger trotz des Zeitsprungs doch durchaus gegeben.

In einem guten Film hat jedes Detail seine Daseinsberechtigung, weil es der Story auf den Ausgang zu hilft. Moment – stimmt das so? Wer jene Frage nämlich mit “Ja” beantwortet, dem kann das Riddick-Sequel schnell auf die Nerven gehen. Für den ein oder anderen mag das Fortschreiten der Handlung sich hier wenig flüssig anfühlen, weil die Narration immer wieder von abgebremst wird. Zumindest aber muss der Zuschauer bei all der Irrelevanz nicht auf aufregende Effekten, horror-flarige Animationen und schöne Action verzichten. Kurzum: Langeweile kommt in dem Sequel nicht gerade auf.

Trotzdem fühlen die “Chroniken eines Kriegers” sich ein bisschen so an wie George Tillman Jrs. “Faster” mit einer mystischen Fantasy-Suche und in die Szenerie des Weltalls geschossen. Offensichtlich ist die Urban-Fantasy-Welle nicht an Regisseur Twohy vorbeigezogen, ohne ihre Spuren zu hinterlassen, wobei die Integration von Fantasy-Mystik in die gewohnt deftige Action und düstere Science-Fiction von “Riddick” sich bestenfalls als kommerziell und im schlimmsten Falle als verzweifelt bezeichnen lässt. Vielleicht aber sehen wir uns auch einer Zeit gegenüber, die ohne wilde Genre-Mischung und Genre-Bruch nicht auskommt, denn mit Stilmischung hat der Kinogänger es im Jahre 2013 bisher tatsächlich oft zu tun gehabt. Daher kann “Riddick” der Mut zum Sci-Fi-Action-Fantasy-Cocktail womöglich nicht einmal zum Vorwurf gemacht werden. Der Genre-Cocktail sei “Riddick” also verziehen, solange er trinkbar und genießbar bleibt.

Das ist nun das Problem, denn – wenn schon Genre-Mischung, dann zumindest eine sinnvolle und relativ geradlinige. In Twohys Sequel ist weder die Geradlinigkeit, noch die narrative Berechtigung der Mischung gegeben, was den Film stellenweise eher wie ein wirres Genre-Chaos, als einen schmackhaften Cocktail wirken lässt. Der Film will sich, wie der moderne Mensch, nicht so recht entscheiden. Viel mehr versucht er, allem und allen gerecht zu werden und enttäuscht dabei ein wenig. Die Action-Momente des Riddick-Sequels sind hervorragende. Die düstere Science-Fiction-Elemente sind brilliante und die mystische FantasY-Reise ist eine interessante mit Ausdrucksstärke und stimmungsvoller Bildsprache. Zusammen aber fühlt sich das Arrangement zu chaotisch und sinnentleert an, als dass es in den Himmel gelobt werden könnte. Sogar der kultige Riddick selbst verliert als Folge des Genre-Chaos an Kultpotenzial. Schade, denn hätte Twohy sich zu einem der drei Ansätze bekannt und aufgehört, allem gerecht werden zu wollen, dann wäre ihm das voraussichtlich auf brilliante Weise gelungen.

by Sima Moussavian

Infos zu Riddick - Chroniken eines Kriegers
 
Kinostart19.09.2013
Länge119 Minuten
GenreAction/Science-Fiction
RegieDavid Twohy
DarstellerVin Diesel,
Karl Urban,
Dave Bautista
u.a.
VerleihUniversum Film
Punkte7/10

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