Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen

Uninspiriertes Fantasy-Sequel, bei dem nur die Optik für Überraschungen sorgt

Darüber, dass Percy Jackson kein mythologischer Epos ist, lässt sich nicht streiten. Teenager, die erwachsen werden und die daraus resultierenden Probleme eines jeden Jugendlichen waren in Teil 1 Thema der Geschichte. Die modernisierten und entfremdeten Bezüge zur griechischen Mythologie wirkten dabei eher stylebildend, als narrationstreibend. Auch das Sequel “Im Bann des Zyklopen” will mit jenem Konzept nicht brechen, doch unglücklicherweise gelingt die Umsetzung dabei nicht noch einmal so vortrefflich, wie beim ersten Mal.

Weltretter Percy Jackson befindet sich zurück im Trainingscamp für Halbgötter und muss sich nicht nur gegen einen wirklich ernstzunehmenden Konkurrenten durchsetzen, auch lernt er seinen Halbbruder Tyson kennen, der von den meisten Campmitgliedern ausgegrenzt wird. Was es im ersten Teil noch die Rebellion, die Selbstsuche und Andersartigkeit eines Teenagers, die im Fokus der Aufmerksamkeit stand, nimmt sich das Sequel über Percys Halbbruder Tyson nun dem Mobbing-Thema an – durchaus aktuell und, damit es interessanter wird, verpackt in der Gestalt eines monströsen Zyklopen, mit dessen Andersartigkeit die anderen Halbgötter nicht umgehen wollen.

Obwohl man den ersten Teil der Reihe für das Verständnis des zweiten nicht zwingend kennen muss, weil jener in seinem Plot eher unabhängig ist, knüpft “Percy Jackson” im Sequel zumindest an das Thema der Andersartigkeit an, das schon den ersten Teil maßgeblich steuerte. Dabei befindet sich Percy wie schon in “Diebe im Olymp” auch im Sequel ununterbrochen “auf der Suche”, nachdem sein bester Freund aus dem Camp entführt wurde, als feindliche Mächte einfielen. Zur Entführung motiviert hat die Gegenspieler dabei der nächstliegendste aller Beweggründe: sie wollen Percy zu sich locken und schließlich – oh, wer hätte es erahnen können – eine Götterdämmerung auslösen. Im Großen und Ganzen sucht Percy also, er sucht und sucht, um schließlich ein weiteres Mal die Welt zu retten – dieses Mal in 3D, was das ganze Szenario zu einem durchaus sehenswerten Film macht, wenn es dem Storyverlauf auch an Abwechslung und Unvorhersehbarkeit mangelt. Wie gewohnt sind die griechischen Fabelwesen allesamt nett anzusehen und teils sogar bis hin zur Perfektion animiert, Spannung oder Tiefe will jedoch nicht aufkommen. Glücklicherweise wird das Mobbing-Thema plus Lösungsweg stellenweise durchaus interessant. Auch die Effekte können einiges retten, wenn die Action-Sequenzen in ihrer Gesamtheit auch wenig Schwung mitbringen.

So gut das Konzept Teenager-Drama meets griechische Mythologie für “Diebe im Olymp” auch funktioniert hat, so wenig scheint es insgesamt jedoch für eine ganze Filmreihe zu funktionieren. Das jüngere Publikum, das den ersten Teil nicht kennt, wird mit dem zweiten durchaus sympathisieren können, wer den Vorgänger jedoch gesehen hat, der wird sich mit dem Sequel schnell langweilen. Da bleibt abschließend nur zu hoffen, dass nicht ein dritter Teil nach selbigem Schema geplant ist, der nämlich würde sich voraussichtlich vollständig im Meer mittelmäßiger Unterhaltungsfilme verlieren.

by Sima Moussavian


Infos zu PERCY JACKSON - IM BANN DES ZYKLOPEN
 
Kinostart15.08.2013
Länge106 Minuten
GenreFantasy / Abenteuer
RegieThor Freudenthal
DarstellerLogan Lerman
Brandon T. Jackson
Alexandra Daddario
u.a.
Verleih20th Century Fox
Punkte5 / 10

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