Machete Kills

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“Sie werden ihn töten! – “Nein, wir reden hier von Machete!” Solche Cool-as-Fuck-Dialoge mit Chuck-Norris-Witz-Potenzial gab es in Rodriguez’s erstem MACHETE zur Genüge. Nun ist der mexikanische Schlachter mit dem dicken Akzent und der dicken Machete zurück und stellt klar, dass all die Cool-as-Fuck-Dialoge nicht von ungefähr kommen, sondern 1:1 auf das Sequel der Exploitation orientierten Italo-Western-Hommage übertragen werden können.

Noch immer stirbt Machete nicht und noch immer möchte man das sehen, was da in Danny Trejos Hose steckt – seine Machete, versteht sich, an die von Jessica Alba über Michelle Rodriguez so gut wie alle attraktiven Frauen wollen. Da wären wir auch schon beim Thema, denn Machete ist zu Beginn des Sequels etwas mitgenommen, da ihm das Kartell doch tatsächlich seine Flamme Sartana um die Ecke gebracht hat. Aber Machete wäre nicht Machete, wenn er seinen Herzschmerz nicht überwinden könnte, indem er zur Machete greift und als Ein-Mann-Armee für den Präsidenten der USA das grenzenlos Absurde und Sinnentleerte möglich macht. Von Minute 5 an geschieht in der Forsetzung demnach genau das, was schon der Titel groß ankündigt: Machete kills. And kills. And kills again. Ob das (menschlich und sogar übermenschlich) kaum nachvollziehbar ist, das spielt nicht die geringste Rolle, denn MACHETE ist nun mal durch und durch Italo-Western-homagiger Exploitationfilm und sollte demzufolge ohnehin nicht zu viel Story erzählen, wenn die doch so oder so hinter ausschweifende Sexual- und Gewaltdarstellungen zurück treten muss. Abgedreht und reißerisch ist Rodriguez’s neues Splatter-Massaker allemal. Wer dachte, dass ein Arrangement wie der sich am Dickdarm eines Angreifers abseilende Danny Trejo an absurder Abartigkeit nicht mehr übertroffen werden kann, der hat weit gefehlt – es geht noch deutlich schlimmer. Kombiniere den Dickdarm einfach mit einem Luftfahrzeug und einer progressiven Zerstückelung, so falsch kann das für einen Exploitationfilm doch gar nicht sein!

Auch dieses Mal stellt Rodriguez mit seiner Machete wieder ein paar Rollenverhältnisse infrage und wie es sich für die satirische Hommage gehört, macht er sich über eine ganze Hand voll Filme lustig – verallgemeinert auf die oft so misslungene Art und Weise, mit der ein Kinofilm besetzt wird. Dazu hat er hier den Charakter des Chamäleon entworfen, der von Lady Gaga doch plötzlich zu Antonio Banderas wird – was das über Lady Gaga oder Banderas aussagen will, bleibe dahin gestellt. Daneben sprengt sich Mel Gibson als Waffenhändler Voz durch das Sequel, der der Machete eigentlich behilflich sein soll, sich dann aber doch lieber für einen Weltkrieg entscheidet – comic-artige Technologien, die gleichzeitig an IRON MAN und SPIDERMAN erinnern, werden all-inclusive dazu geliefert. Das ist so auch ganz gut, denn irgendwie wirkt Mel in Rodriguez’s anarchischem Schlachthof ohne das technologische Moment fast ein bisschen zu freundlich. Das vielleicht sogar mit Absicht: Exploitationfilmkritik an autoritären Verhältnissen und so weiter.

MACHETE KILLS ist abgedreht, Blut-überladen, unerträglich farbgesättigt, furchtbar ekelerregend und absolut sinnlos – und das macht Rodriguez’s Sequel mit seinem wortkargen Schlachter Danny Trejo so einmalig.

by Sima Moussavian

Infos zu Machete Kills
 
Kinostart19.12.2013
Länge107 Minuten
GenreAction
RegieRobert Rodriguez
DarstellerDanny Trejo,
Tom Savini,
Michelle Rodriguez,
Lady Gaga
u.a.
VerleihUniversum Film
Punkte7/10

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