Lone Ranger

Gore Verbinskis unentschlossene Genre-Mischung mit viel Action und Klamauk


Nachdem er sein Jura-Studien erfolgreich absolviert hat, kehrt John Reid (Armie Hammer) in seine Heimatstadt im Wilden Westen zurück. Vor Ort trifft er auf seinen Bruder Dan (James Badge Dale), der als Texas-Ranger für Recht und Ordnung sorgen muss. Als der berüchtigte Bandit Butch Cavendish (William Fichtner) von seiner Bande aus einem fahrenden Zug befreit wird, um so dem Galgen zu entgehen, schickt der mächtige Eisenbahnmagnat Cole (Tom Wilkinson) Dan und seine Männer auf die Suche nach den Verbrechern. John schließt sich der Truppe an, die aber in einen tödlichen Hinterhalt gerät, bei der alle Männer bis auf John von der Cavendish-Bande brutal getötet werden. Schwer verletzt wird John von dem Indianer Tonto (Johnny Depp) aufgefunden und gesund gepflegt. Gemeinsam zieht das ungleiche Paar durch die Prärie, um die Outlaws zur Strecke zu bringen…

Mit der Piratenfilm-Reihe “Fluch der Karibik” gelang Regisseur Gore Verbinski, Produzent Jerry Bruckheimer und Hauptdarsteller Johnny Depp eine sehenswerte Satire auf das klassische Hollywood-Genre. Das erfolgreiche Konzept soll nun mit LONE RANGER seine Fortsetzung finden, was aber auch mehreren Gründen nicht funktioniert. Die Vorlage des Blockbusters gibt zunächst einiges her, die Erzählung in den Vereinigten Staaten von Amerika eine lange Tradition hat. Im Jahre 1933 durfte der Gesetzeshüter erstmals im Radio gegen böse Schurken antreten. Es folgten ein Fernsehserie und vier Kinofilme.

Doch Gore Verbinski schießt über das Ziel hinaus, denn seine Interpretation ist ein unentschlossene Mischung aus Western-Komödie und actionlastigem Abenteuer-Film. Auf der einen Seite wird angestrengt versucht, Situationskomik zu erzeugen – was oft in Albernheiten ausartet – andererseits bekommt der Zuschauer ziemlich deftige Gewaltszenen vorgesetzt. So sind durchsiebte Körper in bester THE WILD BUNCH-Tradition sowie brutale Skalpierungen Teil der Inszenierung, womit Kinder definitiv nicht zur Zielgruppe von LONE RANGER gehören.

Zudem wiederholen sich die Action-Szenen, wenn sich Gut und Böse auf und in Zügen Verfolgungsjagden liefern. Authentische Western-Atmosphäre kommt selten auf, zumal die Gegenspieler des Helden-Duos eher eindimensional angelegt sind. Armie Hammer hingegen kann sich mit seiner Wandlung vom gesetzestreuen Anwalt zum Revolverhelden sehen lassen, während Johnny Depp seine Rolle etwas zu stark an die des Captain Jack Sparrow aus FLUCH DER KARIBIK anlehnt. Trotz einiger Anspielungen auf den Westernfilm, wenn beispielsweise eine Brücke wie in Sergio Leones ZWEI GLORREICHE HALUNKEN in die Luft gesprengt werden soll, ist LONE RANGER zu unentschlossen in Bezug auf seine Genrezugehörigkeit und daher in sich selbst nicht stimmig.

by Stefan Huhn

Infos zu Lone Ranger
 
Kinostart08.08.2013
Länge149 Minuten
GenreWestern / Komödie
RegieGore Verbinski
DarstellerJohnny Depp,
Armie Hammer,
Tom Wilkinson
u.a.
u.a.
VerleihWalt Disney Pictures
Punkte5 / 10

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