12 Years a Slave

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Regisseur Steve McQueen schildert in 12 YEARS A SLAVE mit schockierenden Bildern die wahre Geschichte eines in die Sklaverei verschleppten schwarzen Musikers

Der als freier Mann in New York lebende schwarze Violinist Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) wird 1841 von zwei skrupellosen Verbrechern entführt und in den Süden geschmuggelt. Dort wird der Familienvater vom Sklavenhändler Freeman (Paul Giamatti) an den Plantagenbesitzer Ford (Benedict Cumberbatch) verkauft und muss nun als einer unter vielen Sklaven um sein Überleben kämpfen. Als sich Solomon gegen den diabolischen Vorarbeiter Tibeats (Paul Dano) zur Wehr setzt, reicht Ford ihn weiter an den als besonders unbarmherzig bekannten Sklaventreiber Epps (Michael Fassbender). Auf dessen Plantagen erfährt Solomon die schlimmsten Auswüchse der Sklaverei am eigenen Leib und kann sich nur mit der zunehmend schwindenden Hoffnung am Leben erhalten, irgendwann doch noch einmal seine Frau und Kinder wiederzusehen…

Während der US-amerikanische Bürgerkrieg schon häufig Gegenstand von Hollywood-Filmen war, gibt es über die Sklaverei selbst nicht viele aussagekräftige Werke. Mit 12 YEARS A SALVE haben sich nun SHAME-Regisseur Steve McQueen und Drehbuchautor John Ridley der Thematik angenommen – herausgekommen ist eine unter die Haut gehende Studie über das Leben eines schwarzen Mannes in den Händen sadistischer Südstaatler. Das Drama basiert auf der wahren Geschichte von Solomon Northup, der die Geschehnisse über seine Entführung in die Sklaverei im Jahr 1853 in einem Buch veröffentlichte. Sich der historischen Bedeutung der Vorlage bewusst, inszeniert McQueen das Biopic mit eindringlichen Bildern, indem er dem Zuschauer in quälend langen Aufnahmen die ganze Palette an Grausamkeiten präsentiert, die vielen ‘Sklaven zugefügt wurden – die Bandbreite reicht von blutigen Auspeitschungen und anderen körperlichen Züchtigungs-Methoden bis hin zu psychischer Unterdrückung. Allein schon die Einführung von 12 YEARS A SLAVE, in der die Hauptfigur durch einen hinterlistigen Trick aus seiner behüteten bürgerlichen Welt herausgerissen wird, um sich als in Ketten gelegter Sklave mit brutalen Bewachern wiederzufinden, geht an die Substanz. Von der ersten Minute an fiebert man als Betrachter mit dem Protagonisten und seinen Leidensgenossen mit, und hofft dabei zunächst vergeblich auf eine positive Wendung.

Dass diese Identifikation so gut funktioniert, liegt auch am Hauptdarsteller Chiwetel Ejifor, dessen Mimik eindrucksvoll den schmalen Grat zwischen Hoffnung und ständiger Erniedrigung und Folter widerspiegelt. Für diese ambivalente Gefühlswelt sorgen seine Peiniger, die ihn zwischendurch glauben lassen, es gäbe Licht am Ende des dunklen Tunnels. So suggeriert der von Benedict Cumberbatch überzeugend gespielte Ford seinen Sklaven mit Hilfe von Gottesdiensten, dass er nach edlen Motiven handele, ist aber dabei keinen Deut besser, als die anderen Vertreter seiner Zunft. Die Spitze der Unmenschlichkeit wird jedoch von Michael Fassbender verkörpert. In seiner Rolle als abgrundtief böser Großgrundbesitzer Epps liebt er es, seine Untertanen mit perfider Folter zu quälen. So nötigt er beispielsweise Solomon, selbst die Peitsche gegen die Sklavin Patsey in die Hand zu nehmen. Patseys Rolle wiederum wird von der Newcomerin Lupita Nyong’o dargestellt, Die weibliche Sklavenfigur verdeutlich, dass auch Frauen die ganze Wucht des Hasses weißer Männer zu spüren bekamen. Mit dem Auftritt von Brad Pitt als freiheitsverfechtender Wanderarbeiter keimt neue Hoffnung für Solomon auf, wobei McQueen stets auch andere Schicksale – wie eine von ihren Kindern getrennte Mutter und heldenhaften Widerstandsversuchen von Individuen – im Blick hat. Somit ist 12 YERAS A SLAVE ein Plädoyer gegen das Vergessen dieses dunklen Kapitels US-amerikanischer Geschichte, das mit unnachgiebiger Härte zeigt, zu welchen Grausamkeiten Menschen in der Lage sein können.

by Stefan Huhn

Infos zu 12 Years a Slave
 
Kinostart16.01.2014
Länge115 Minuten
GenreDrama/Historie
Regie Steve McQueen
DarstellerChiwetel Ejiofor,
Brad Pitt,
Benedict Cumberbatch
u.a.
VerleihTobis Film
Punkte8/10

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