Stromberg – Der Film

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Christoph Maria Herbst alias STROMBERG erobert die Kinoleinwand und nimmt auch im Großformat dank unabhängiger Produktion zum Glück für seine Fans kein Blatt vor den Mund.

Die CAPITOL-Versicherung feiert ihr 50-jähriges Jubiläum in einem Landhotel. Dazu eingeladen sind auch der Leiter der Schadensregulierung Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst) und seine Mitarbeiter. Unter ihnen der permanent gemobbte Berthold Heisterkamp (Bjarne L. Mädel), das Kollegenehepaar Ulf und Tanja Steinke (Oliver K Wnuk, Diana Staehly) samt Pflegesohn Marvin und Strombergs stetiges Flirtobjekt Jennifer Schirrmann (Milena Dreißig). Doch niemand in der Abteilung außer Stromberg weiß, dass die Filiale kurz vor der Schließung steht. Anstatt seinen Arbeitskollegen die schlecht Nachricht mitzuteilen, entschließt Stromberg auf der Jubiläumsfeier bei seinen Chefs zu punkten, um so in die rettende Zentrale versetzt zu werden. Dazu soll es allerdings so schnell nicht kommen, denn schon die Busfahrt aufs Land hat für die Männer und Frauen der Schadensregulierung einige Tücken parat…

Die Comedy-Fernsehserie STROMBERG schaffte es von 2004 bis 2012 über fünf Staffeln die mittlerweile große Fan-Gemeinschaft zu begeistern. Produzent und Drehbuchautor Ralf Husmann nahm sich als Vorlage das geniale britische Original THE OFFICE und übertrug die Büro-Satire auf deutsche Gefilde. Auch der etwas unschöne Beigeschmack, dass THE OFFICE-Macher Ricky Gervais seinen Namen erst nach einer außergerichtlichen Einigung im Abspann der STROMBERG-Serie wiederfinden konnte – Husmann hatte sich von Gervais keine Rechte für seine Adaption eingeholt – trübt nicht die Tatsache, dass die deutsche Version mit großer Präzision die Feinheiten des biederen Büroalltags einfängt und diese herrlich überspitzt. Als Abschluss der Fernsehserie wurde im Jahre 2011 unter der Regie von Arne Feldhusen die Kino-Version in Angriff genommen, und um finanziell weitestgehend unabhängig zu bleiben, wurde zum Crowdfunding aufgerufen, an dem sich die Fans fleißig beteiligten – innerhalb einer Woche spendeten sie eine Millionen Euro. So konnte sichergestellt werden, dass die Figuren sich auch in STROMBERG – DER FILM ohne Rücksicht auf den Mainstream treu bleiben können, und besonders ihr Anführer Bernd Stromberg nach wie vor politisch inkorrekte Witze über Ausländer und Randgruppen machen darf, nicht ohne sich selbst dabei ständig ins Fettnäpfchen zu setzen.

Der Unterschied zum Serien-Konzept besteht darin, dass in der Kino-Adaption ein Betriebsausflug im Mittelpunkt steht, die Charaktere also auch einmal über einen längeren Zeitraum außerhalb des Büros agieren dürfen. Allein schon die Busfahrt hat so manchen Lacher parat, wenn Stromberg den mürrischen Fahrer sein Nickerchen machen lässt, um das Steuer höchstpersönlich in die Hand zu nehmen. Doch nicht nur der Chef, auch die übrigen Charaktere knüpfen an alte Stärken und Schwächen an. So bleibt Ernie ein absolutes Nervenbündel, während Ulf und Tanja mittlerweile ein Pflegekind unter ihre Fittiche genommen haben. Der Konflikt zwischen den Beiden – Ulf ist nach wie vor verunsichert, ob die Ehe mit Tanja nun seine letzte Station in Sachen Frauen ist – wird fortgeführt, wobei er in einer turbulenten und zugleich rührenden Szene beweist, dass er doch ein verlässlicher Partner ist.

Im Mittelpunkt steht natürlich Stromberg selbst, der nichts unversucht lässt, um sich bei der Führungsriege der Kapitol anzubiedern. Allerdings zeigt auch er, dass seine Gefühle für Kollegin Jennifer nicht reiner Egoismus sind – eingebettet in einer herrlichen Parodie auf den Hamburg Mannheimer Prostituierten-Skandal. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit Figuren aus den Anfängen von STROMBERG, wenn er auf seine ehemalige Vorgesetzte Frau Berkel oder den ungeliebten Kollegen Turculu trifft. Das erfolgreiche Konzept geht also auch im Kino auf, denn STROMBERG – DER FILM ist wie eine überlange Einzelepisode – nichts Besseres hätte der Inszenierung passieren können. Laut Husmann ist das Kapitel Stromberg und die Kapitol mit dem Kinofilm abgeschlossen – wohl aber kann er sich eine eigenständige Geschichte über das Privatleben des Sprücheklopfers vorstellen – ein Wiedersehen mit Christoph Maria Hebst in seiner Paraderolle ist also erfreulicherweise nicht ausgeschlossen.

by Stefan Huhn

Infos zu Stromberg - Der Film
 
Kinostart20.02.2014
Länge123 Minuten
GenreKomödie
Regie Arne Feldhusen
DarstellerChristoph Maria Herbst,
Bjarne I. Mädel,
Oliver K. Wnuk,
Diana Staehly
u.a.
VerleihNFP marketing & distribution
Punkte7/10

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