Monuments Men – Ungewöhnliche Helden

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Kaum ein Vierteljahr ist seit dem “Münchner Kunstfund” vergangen. Über 20 “entartete” Kunstwerke wurden gefunden, die als vermutlich unrechtmäßige Besitztümer aus Zeiten des Nazionalsozialismus bezeichnet wurden. Als hätte George Clooney es gerochen, liefert er mit MONUMENTS MEN unterhaltsamen Stoff zum Thema.

Während des Zweiten Weltkriegs wird Clooney als Kunsthistoriker Frank Stokes in die Armee eingeschleust, um Kunstwerke und Kunstbauten vor dem Feuer des Weltkriegs zu retten. Zusammen mit einer eigens zusammengestellten Kunstkenner-Besatzung landet der anfänglich etwas lebensfremde Kunstliebhaber im Kriegsgebiet und muss sich zu allem Übel auch noch den Respekt der kämpfenden Soldaten verdienen.

Mit dabei ist wie schon in der OCEAN’S-Reihe Matt Damon, der in MONUMENTS MEN als Museumsleiter Granger in Erscheinung tritt. Statt auf viel Drama und kritischer Kriegshistorie hat Clooney seinen historischen Film Richtung Unterhaltungswert ausgerichtet und rüttelt zusammen mit Damon zuweilen Erinnerungen an die vorausgegangenen Zusammenarbeiten wach. Humorvoll und leicht nähert Clooney sich der fiktiv-authentischen Geschichte. Historisch informative Dialoge spaßig gestaltet – so würde sich ein Großteil von Schülern mit Sicherheit den zukünftigen Geschichtsunterricht wünschen. Die gewagte Kombination aus historischer Kriegsauthentizität, leichter Satire und unterhaltsamem Heist-Movie gelingt Clooney überraschend gut. Noch dazu treten die Fokus-Charaktere seiner Regie-Arbeit stark und eigen hervor, was nicht zuletzt der starken Cast-Wahl zu verdanken ist. Die Dynamik zwischen den handelnden Personen lässt sich durchgehend angenehm verfolgen, was klar für Clooneys Führungsfähigkeiten spricht.

Nur zu schade, dass der Film an der ein oder anderen Stelle in den Pathos abschweifft und dabei das ausgewogene Maß der Dinge verlässt. Davon abgesehen macht es die Erzählstruktur teilweise schwer, Konzentration zu halten, denn in einem Cross-Cut zwischen den Kriegsfronten und Kunstfronten zu schneiden, mag auf Papier eine lobliche Idee sein. Im Schnitt macht sie dem Zuschauer das Folgen aber schwer. Zumindest spannend bleibt die Geschichte, bis die Fronten sich gegen Ende in einer einzigen Mission treffen. Nein, Moment: Das mit der Spannung ist es ja gerade, denn während des ewigen Cross-Cuts verliert man Stück für Stück das Interesse an den Charakteren.

Trotz einiger Schwächen aber beweist Clooney mit MONUMENTS MEN sein Gespür für das filmische Medium, die Unterhaltung und das Besondere. Eine aufregende, informative und ideal besetzte Hommage an vergangene Zeiten und so gut wie ignorierte Krieghelden ist der Film allemal. Wer den Kinobesuch andenkt, sollte jedoch gut ausgeschlafen erscheinen, damit ihn der Cross-Cut nicht allzu sehr ermüdet.

by Sima Moussavian

Infos zu Monuments Men - Ungewöhnliche Helden
 
Kinostart20.02.2014
Länge118 Minuten
GenreAbenteuer/Kriegsfilm/Komödie
Regie George Clooney
DarstellerGeorge Clooney,
Matt Damon,
John Goodman,
Cate Blanchett,
Bill Murray,
Jean Dujardin
u.a.
Verleih20th Centuy Fox
Punkte6/10

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