Jurassic World

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Trotz beachtlicher Schauwerte geht JURASSIC WORLD der Überraschungseffekt des Originals abhanden


Die Brüder Gray (Ty Simpkins) und Zach (Nick Robinson) besuchen ihre Tante Claire (Bryce Dallas Howard), die den Erlebnispark Jurassic World auf einer Insel vor der Küste Costa Ricas leitet. Die hat jedoch alle Hände voll zu tun, denn der milliardenschwere Parkbesitzer Simon Masrani (Irrfan Khan) hat in Zusammenarbeit mit seinem Wissenschaftler Dr. Henry Wu (BD Wong) schon wieder eine neues ehrgeiziges Projekt an den Start gebracht. Die Rede ist von einem genmanipulierten, eigens herangezüchteten Dinosaurier namens Indominus Rex. Für dessen Unterbringung und die Sicherheit im Park soll der ehemalige Militärexperte Owen Grady (Chris Pratt) sorgen. Als sich aber herausstellt, was für ein gewaltiges und aggressives Tier tatsächlich aus den Experimenten hervorgegangen ist, hat sich die intelligente Kreatur schon einen Ausweg aus ihrem Gehege gesucht…

In JURASSIC WORLD ist der Traum John Hammond, dem geistigen Erfinder des Jurassic Park, wahr geworden: Eine weitestgehend störungsfreie Einheit aus menschlichen Besuchern, die hautnah miterleben können, wie es auf der Erde vor Millionen von Jahren ausgesehen hat. Was also kann die Idylle stören, wenn der Tyrannosaurus rex schon bereits im Original sein Unwesen getrieben hat und damit ein alter Hut wäre. Als Antwort haben Produzent Steven Spielberg und Regisseur Colin Trevorrow den ultimativen Saurier-Giganten parat, der aus mehreren Arten gekreuzt wurde und dementsprechend viele Talente wie die der Tarnung und Täuschung besitzt. Dazu noch die üblichen Verdächtigen wie die flinken Velociraptoren, und schon können die prähistorischen Spiele beginnen, bei denen so mancher Tourist und Park Ranger das Zeitliche segnet.

Die Spannung allerdings, die man noch zu Zeiten von Spielbergs JURASSIC PARK empfand, lässt deutlich schneller nach – ist doch der Zuschauer den Einsatz von digitalen Monstern inzwischen längst gewöhnt. Und auch wenn der neuste Streich noch bombastischer daherkommt, sind Story und Charaktere zu austauschbar und klischeehaft, um eigene Akzente zu setzen. Zwischenmenschliche Probleme wie die potentielle Scheidung der Eltern von Gray und Zach werden nur angedeutet und der philosophische Diskurs darüber, in wie weit der Mensch in die Natur eingreifen darf, bleibt alibihaft. Gelungen hingegen sind die Reminiszenzen an das Old School Horror-Kino: Wenn sich etwa ein Horde Flugsaurier über die Parkbesucher hermacht, werden Erinnerungen an Alfred Hitchcocks DIE VÖGEL wach. Und als der mutierte Übersaurier mit seinem Kopf ganz nah an das, in einer kugelähnlichen Transportkapsel eingeschlossene, Brüderpaar herankommt und es dabei mit seinen Blicken mustert, lässt ALIEN schön grüßen. So kann man JURASSIC WORLD dank stimmiger Action und einigen netten Ideen getrost als unterhaltsamen Sommerblockbuster konsumieren, auch wenn die Filmreihe mit der mittlerweile dritten Fortsetzung nicht mehr viele Überraschungen bietet.

by Stefan Huhn

Infos zu Jurassic World
 
Kinostart11.06.2015
Länge125 Minuten
GenreAction/Science-Fiction
Regie Colin Trevorrow
DarstellerChris Pratt,
Bryce Dallas Howard,
Irrfan Khan
u.a.
VerleihUniversal Pictures
Punkte6/10

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