Godzilla

GODZILLA_Szenenbild

Gareth Edwards’ Neuauflage von GODZILLA hat erzählerisch wenig zu bieten und ist auch in Sachen Action nicht so spektakulär wie erwartet

Im Jahre 1999 gibt es einen katastrophalen Zwischenfall im Kernkraftwerk der japanischen Großstadt Janjira. Vor Ort war auch der Amerikaner Joe Brody (Bryan Cranston), dessen Ehefrau bei dem Unglück ums Leben kam. 15 Jahre später glaubt Joe immer noch nicht an die offizielle Aussage der Behörden, dass ein Erdbeben Ursache für die Katastrophe war, doch seine Verschwörungstheorien bringen ihn nur ins Visier der Polizei. So muss extra sein Sohn Ford (Aaron Tylor-Johnson) nach Japan reisen, um sich um den streitlustigen Vater zu kümmern. Doch der gibt nicht nach und überredet Ford zu einem nächtlichen Ausflug ins atomare Sperrgebiet, bei dem sie eine Entdeckung machen, die für die gesamte Menschheit zu einer großen Gefahr werden soll…

Das Filmmonster Godzilla gehört seit den 1950er Jahren zum japanischen Kulturgut und ist als Reflexion des verlorenen zweiten Weltkriegs sowie der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagaski entstanden. Die cineastische Verarbeitung der traumatischen Ereignisse umfasst bislang 28 Filme aus Japan, in denen Godzilla zunächst als Symbol für das Böse steht, während es später als Beschützer des Landes fungiert. Auch Hollywood hat sich der Thematik mit Roland Emmerichs GODZILLA aus dem Jahre 1998 angenommen, wobei der Blockbuster wenig der symbolträchtigen japanischen Vorlage beibehalten hat. Jetzt hat sich Regisseur Gareth Edwards mit dem Stoff befasst, setzt aber ähnlich wie Emmerich zu sehr auf bewährte Mainstream-Kost.

Dabei kann sich die Darsteller-Riege wirklich sehen lassen, auch wenn diese ihr schauspielerisches Potential nicht komplett abrufen muss: BREAKING BAD-Star Bryan Cranston spielt den vermeintlichen Exzentriker solide, während Aaron Tylor-Johnson samt Elizabeth Olsen als Ehefrau an seiner Seite ebenfalls eine ordentliche Figur abgeben. Das Problem der Inszenierung liegt vielmehr in der eintönigen und oberflächlichen Behandlung des Godzilla-Themas. Anstatt dem Film-Giganten eine neue Seite abzugewinnen, verlässt sich Regisseur Gareth Edwards auf massenkompatible  Zutaten wie die Zerstörung von Welt-Metropolen und Godzillas Kampf gegen ein weiteres Ungeheuer in Gestalt einer urzeitlichen Flugkreatur. Systemkritische Ansätze werden abwechselnd von sinnfreien Nebenhandlungen und belanglsoer Action im Keim erstickt. Von einer Neuinterpretation eines so häufig verfilmten Stoffes sollte man mehr erwarten dürfen, als eine reine Materialschlacht mit beliebig austauschbaren Figuren und Schauplätzen sowie einer Spannungskurve, die stetig im unteren Drittel der Richterskala pendelt.

by Stefan Huhn

Infos zu Godzilla
 
Kinostart15.05.2014
Länge123 Minuten
GenreAction / Science Fiction
RegieGareth Edwards
DarstellerBryan Cranston
Aaron Tyler-Johnson
Elisabeth Olsen
u.a.
VerleihWarner Bros. Pictures
Punkte5 / 10

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>