Kill The Messenger

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Spannend inszeniertes Biopic mit gut aufgelegten Darstellern und gelegentlichen Schwächen in der Erzählstruktur

Als Reporter der Kalifornischen Tageszeitung San Jose Mercury News gibt Gary Webb (Jeremy Renner) sein Bestes, um mehr als nur journalistische Durchschnittsarbeit abzuliefern. Als er einen kritischen Artikel über die Justiz und ihren Umgang mit mutmaßlichen Drogendealern veröffentlicht, händigt ihm die Freundin eines unter Anklage stehenden Verbrechers geheime Gerichtsunterlagen aus. Vom beruflichen Ehrgeiz gepackt geht Gary der Sache nach und entdeckt bei seinen Recherchen eine Verwicklung des CIA in einen Drogenhandel enormen Ausmaßes. Doch je mehr er in die Details eintaucht, umso bedrohlicher wird die Situation. Trotzdem veröffentlicht der mutige Reporter die hochbrisante Geschichte und ruft so den Geheimdienst gegen sich und seine Familie auf den Plan…

Die Funktion der Medien ist im besten Falle, die Bevölkerung über Ungerechtigkeiten und Missstände in Gesellschaft und Politik zu informieren. Dass die Recherche für die beteiligten Journalisten schwierig und mitunter auch gefährlich sein kann, zeigt der Fall Garry Webb. Dieser deckte mit seiner im Jahr 1996 begonnenen Artikelserie “Dark Alliance” auf, dass Contra-Rebellen aus Nicaragua in den 1980er Jahren unter den Augen der CIA große Mengen Kokain in die Vereinigten Staaten von Amerika schmuggelten, um mit dem Erlös ihren Guerillakrieg gegen die Regierung zu unterstützen. In Michael Cuestas Biopic “Kill the Messenger” wird dem Zuschauer nun vor Augen geführt, was für eine Courage der Reporter Garry Webb aufbringen musste, um seine Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen.

Dabei übernimmt Jeremy Renner die Rolle des Protagonisten und verleiht der Figur von Beginn an eine draufgängerische Leichtigkeit, stets mit einem Spruch auf den Lippen und dem Ziel der großen Story fest im Blick. Bedenken gibt es seitens Ehefrau Sue (Rosemarie DeWitt), die ihn bei seinem riskanten Vorhaben vermehrt um Vorsicht bittet. Hier stellen sich schon früh die Weichen für eine sich anbahnende Beziehungskrise, deren Auflösung aber nicht vollständig zum Tragen kommt. Zum einen weil die reale Vorlage nur bis zu einem bestimmten Punkt adaptiert wird, zum anderen weil sich die Inszenierung etwas zu sprunghaft von einem Aspekt zum nächsten hangelt.

Aufwühlend ist der Polit-Thriller aber dennoch. Zunehmend kommt dem investigativen Journalisten die anfängliche Lässigkeit abhanden – bedrohen die Agenten des CIA doch ganz unverblümt offen seine Familie. Das alles kommt zwar nicht so intensiv rüber wie etwa bei Michael Manns “Insider”, in dem Russel Crow als Chemiker in Zusammenarbeit mit den Medien als Kronzeuge einer Anklage gegen die großen Tabakkonzerne fungiert und in beklemmenden Szenarien dem Terror ausgesetzt ist. Doch auch “Kill The Messenger” hat solche Momente, wenn jede Alltags-Begegnung zur potentiellen Gefahrenquelle wird, wie der Fremde in der Tiefgarage, der Garry ohne zu agieren bis ins Mark erschrickt und ihn für kurze Zeit handlungsunfähig macht – ein Gefühl der Ohnmacht, von dem auch der Betrachter ergriffen wird. Für weitere Highlights sorgen die sehenswerten Kurzauftritte von zahlreichen Stars wie Robert Patrick als zynischer Drogendealer und Ray Liotta mit starker Aura in Person des großen Unbekannten.

by Stefan Huhn

Infos zur DVD & Blu-ray von Nur eine Stunde Ruhe!
 
Veröffentlichung18.09.2015
Länge79 Minuten
GenreKomödie
Regie Patrice Leconte
DarstellerChristian Clavier,
Carole Bouquet,
Valérie Bonneton
u.a.
VerleihUniversum Film
Punkte7/10

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