Kick Ass 2

Superheld und Bösewicht von Angesicht zu Angesicht

In “Kick Ass 2″ gehen Humor & Gewalt eine gelungene Symbiose ein

Hat Jim Carrey gerade noch in der Gewalt-in-Filmen-Debatte mit gemischt und heftige Kritik an “Kick Ass” geübt, ist er nun kaum ein paar Wochen später auch schon in Kick Ass zu sehen und tatsächlich fragt man sich, wie er so viel über den Film zu sagen haben konnte, wenn er in Kick Ass 2 doch kaum mehr als wenige Minuten zu sehen ist. Zu komödiantischer Hochform läuft er dabei nur bedingt auf – etwas schade, doch Abbruch tut das dem Kick-Ass-Spaß längst nicht. Tatsächlich ist das Sequel noch absurder, brutaler und schwarzhumoriger als sein Vorgänger-Teil, wenn das Folgen hier und da auch schwer fällt.

Noch immer baut Kick Ass auf Charakterbasiertheit und die Botschaft “Jeder ist Held”, genauso werden “Superhelden” noch immer durch den Kakao gezogen, wo es nur geht. Anders als der erste Teil arbeitet das Sequel jedoch nicht etwa die dramatische Elemente aus der Comic-Buch-Reihe heraus. Statt dessen bemüht sich die Fortsetzung klar und deutlich um eine Konzentration auf die humoristisch-brutale Seite. Dabei mag nicht jeder Witz zünden und auch der Kick-Ass-Humor mag nichts für Jedermann sein – alle Liebhaber des Comics jedoch sollten zufrieden gestellt werden. So bewegt sich das Sequel bedeutend näher an der gewaltüberladenen Reihe, als der erste Teil, wenn die absurden Brutalo-Szenarien auch nicht bis ins bodenlos Exzessive gehen.

Ähnlich absurd wie die Story scheint dabei, dass gerade die Comic-Buch-Verfilmung, die eigentlich Comic-Buch-Helden parodiert, Bilder von derart überzeugendem Comic-Style komponiert. Ästhetische Comic-Elemente finden sich in dem Sequel also zur Genüge und auch der aus dem Vorgänger gewohnte Bezug zur Realität ist im zweiten Teil noch vorhanden. So werden über die “Helden” zwar klar stilisierte, in ihrer Essenz jedoch menschlich nachvollziehbare Themen angenähert – sei es die Suche eines Teenagers nach dem eigenen Platz, der Schulalltag oder das Technologie-Zeitalter. Kritisieren lässt sich dabei einzig die Vielzahl an angerissenen Thematiken. Schlag auf Schlag und temporeich geht es voran, so dass sich Story und neu eingeführte Charaktere nur so überschlagen und der ungeübte Zuschauer im schlimmsten Falle den Überblick verliert.

Nimmt man Kick Ass 2 jedoch als den comic-inspirierten, radikalen und trashigen Kult-Film, der er nun mal ist, wird man den Kinobesuch auch dann nicht bereuen, denn dank Style, zündenden Pointen und ungewöhnlichen Entwicklungen macht das Sequel mindestens genauso viel Spaß, wie der erste Teil.

by Sima Moussavian


Infos zu Kick Ass 2
 
Kinostart15.08.2013
Länge103 Minuten
GenreAction / Komödie
RegieJeff Wadlow
DarstellerAaron Taylor-Johnson,
Chloë Grace Moretz,
Christopher Mintz-Plasse
u.a.
VerleihUniversal Pictures
Punkte7 / 10

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