Rob Marshall Interview (“Into the Woods”)

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Worin lag die größte Herausforderung bei der Realisierung von “Into the Woods”?

Rob Marshall: Als erstes geht es um die Entscheidungen, die man treffen muss, um so ein Bühnenstück auf die Leinwand zu bringen. Das ist wirklich hart, da man einerseits das Original ehren will, aber andererseits die Besonderheiten des Films berücksichtigen muss. Als erstes fragte ich also James Lapine, den Drehbuchautor der Vorlage, auch für uns das Drehbuch zu schreiben und ich fragte Stephen Sondheim, den Schöpfer des Musicals, mit uns zusammenzuarbeiten. Ich war sehr beeindruckt von den beiden, weil sie so flexibel waren, wenn es darum ging, aus dem Bühnenstück einen Film zu machen. In gewisser Weise waren sie flexibler als ich. Es war toll, die beiden an meiner Seite zu haben. Das machte mich zuversichtlich.

Die Zusammenarbeit verlief also reibungslos?

Marshall: Ich komme ebenfalls vom Theater und hatte dort bereits mit Stephen Sondheim gearbeitet. Ich kannte ihn also und ich kannte auch James bereits. Um seine Arbeit machen zu können, muss man sein Ego zu Hause lassen. Das weiß auch Stephen Sondheim. Also unterhält man sich über die Dinge, die im Film funktionieren und die Dinge, die man nicht einfach aus dem Bühnenstück übernehmen kann.

Welche Musical-Filme sind Ihre persönlichen Favoriten?

Marshall: “Cabaret”. Ich liebe Bob Fosses “Cabaret”. Stanley Donens “Singin’ in the Rain”. Ich liebe auch Vincente Minnellis “Meet Me in St. Louis” und William Wylers “Funny Girl”. Ich könnte ewig so weitermachen, weil das meine Welt ist. Robert Wise’ “The Sound of Music” ist ebenfalls fantastisch. Es ist nicht einfach, Musicals auf die Leinwand zu bringen. Man kennt die Musical-Filme, in denen es sich sehr merkwürdig anfühlt, wenn die Leute auf einmal anfangen zu singen. Ich versuche immer, dass es sich organisch anfühlt. Wenn die Charaktere anfangen zu singen, muss es sich anfühlen, als ob sie sich diesen Moment verdient hätten. Die Szene muss nahtlos ins Singen und das Singen wieder nahtlos in die Szene übergehen. Das ist nicht einfach, doch ich versuche das immer zu erreichen.

Wie fühlt es sich an, einer der letzten Regisseure von Musical-Filmen zu sein?

Marshall: Ich fühle mich ein wenig einsam. In den 40ern und 50ern hat jeder Musicals gedreht. Ich bin so stolz auf das Genre und ich glaube an das Genre. Als ich “Chicago” gemacht habe, hieß es, dass es nur noch animierte Musical-Filme geben würde. Ich dachte, dass sich niemand “Chicago” anschauen würde. Ich wurde jedoch angenehm überrascht und ich bin stolz darauf, dass wir die Tür wieder ein bisschen weiter geöffnet haben mit diesem Film. Inzwischen gibt es wieder einige Musical-Filme mehr. Das Genre kommt nie aus der Mode, man muss es nur mit der nötigen Sorgfalt angehen.

by Carlos Corbelle

Weitere spannende Fragen und Antworten des Regisseurs von “Into the Woods” könnt ihr auf ENTANIA nachlesen.

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