Li Bingbing Interview (“Transformers 4″)

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Du trägst heute ein atemberaubendes Kleid. Von wem ist es?

Es ist ein Gucci-Kleid. Auch der Schmuck und der Rest von meinem Outfit. Das liegt daran, dass ich Beauftragte von Gucci bin. Am Flughafen hier in Berlin hängt die Werbung (lacht). Sie haben überall auf der Welt viele verschiedene Partner. Ich kooperiere seit vielen Jahren mit ihnen. Ich liebe Mode. Ich glaube jeder liebt Mode, weil man die schönen Dinge einfach lieben muss.

Warst du von Kindesbeinen an interessiert an den “schönen Dingen” ?

Als Kind war ich zumindest nicht sehr modeverrückt. Ich komme aus einem kleineren Ort in unmittelbarer Nähe zur russischen Grenze. Dort gab es nicht mal eine Universität. Als ich jung war hatten wir kaum Medien und wenig Verbindung zu der Welt dort draußen. Meine Begeisterung für die “schönen Dinge” hat sich dementsprechend erst später ergeben. Als Kind habe ich mich mehr für Glaspuppen interessiert.

Hat dein Name eigentlich eine besondere Bedeutung?

Ja, meine Mutter hat ihn ausgesucht und er hat eine Bedeutung. Übersetzt heißt “Bing” Eis und die Dopplung bedeutet, dass ich 2 Charaktere besitze.

Du hörst dich krank an. Geht es dir nicht gut?

Ich habe Allergieprobleme und einen kleinen Husten. Heute habe ich ein High-Tech-Gerät mit heißem Wasser zum Inhalieren dabei.

Da du in beiden aktiv bist: Inwieweit hängen amerikanische und chinesische Filmindustrie zusammen?

Die amerikanische Filmindustrie ist sehr erwachsen. Die chinesische ist gerade erst im Kommen. “Transformers – Ära des Untergangs” ist bei uns gerade erst heraus gekommen und hat am ersten Tag Besucherrekorde gebrochen. Das “Wallstreet Journal” sagt sogar, dass China schon bald der wichtigste Markt für Filme werden wird. Ich glaube, viele internationale Produktionen werden sich zukünftig auf China konzentrieren. Unser Film zum Beispiel hat China schon jetzt als Schauplatz ausgewählt – Hong Kong spielt für “Transformers” beispielsweise eine Rolle. Auf diese Art und Weise werden immer mehr chinesische Schauspieler und Schauspielerinnen in internationalen Produktionen zu sehen sein. Das wird wiederum eher das chinesische Publikum ansprechen. Das ist immer wichtiger für einen Filmemacher und Michael (Bay) hat das gut hinbekommen. Die chinesische Zuschauerschaft hat sich wahnsinnig über den China-Bezug von “Ära des Untergangs” gefreut. Sie fühlen sich jetzt mit dem Film verbunden und sind aufgeregt, ihn zu sehen.

War es durch den positiven China-Bezug leichter, Drehgenehmigungen zu bekommen?

Nein, das hatte damit nichts zu tun. China wird immer internationaler. Das mit den Genehmigungen ist immer weniger problematisch.

Wie stehst du als Künstlerin zur Zensur in China?

Ich kriege davon überhaupt nichts mit und hatte noch nie Probleme in dieser Richtung. Schauspieler sind davon generell nicht betroffen, glaube ich.

In deinem Land warst du Botschafterin der koreanischen Kultur. Wie kommt das?

Ja, das stimmt. Das ist etwa 7 Jahre her. Ich habe damals viele internationale Dinge gemacht und war beispielsweise viel in der Wohltätigkeit beschäftigt. Auch heute mache ich das noch. Letztes Jahr war ich in Kenia, um mich für Elephanten einzusetzen. Als ich wieder in China war, habe ich dort eine Kampagne gegen die Tötung der Tiere gestartet. Viele Menschen haben sich mir angeschlossen. Ich werde diese Art von Engagement immer haben, denn ich fühle mich gut, wann immer ich auch nur eine kleine Sache für eine bessere Welt in Gang bringen kann.

Du durftest in “Transformers – Ära des Untergangs” ein bisschen Kung Fu vorführen. Woher kannst du es?

Meine Mutter war eine Kung-Fu-Kämpferin. Vor “Transformers” habe ich für einige chinesische Produktionen bereits mit Kung Fu zu tun gehabt und nach dem Vorbild meiner Mutter trainiert. Als ich das Skript zu “Transformers” gelesen habe, wollte ich unbedingt in einer Kampfszene zu sehen sein. Ich habe Michael (Bay) dann darum gebeten, mehr Szenen in dieser Art zu integrieren und er hat es gemacht. Er wusste nichts davon und war sehr angetan, als sich herausstellte, dass ich einen wirklich harten Kick drauf habe. Er hat sich gefreut, dass er meine Figur lebendiger machen kann, indem er sie kämpfen und Autos zerschlagen lässt (lacht).

Du bist sehr begeistert von deinem Land. Könntest du dir trotzdem vorstellen, irgendwo anders zu leben?

Ohne das chinesische Essen? Das könnte sehr schwierig werden (lacht). China ist einfach anders. Unsere Essenskultur ist einmalig und ich würde sie unerträglich vermissen. Wo ich auch bin, muss ich auf jeden Fall unsere Speisen haben. Als wir für “Transformers” in Toronto und Texas gedreht haben, habe ich tonnenweise chinesische Nudeln mitgenommen (lacht).

Auf der Pressekonferenz hast du gesagt, dass du gerne in den USA bist, weil du kaum erkannt wirst. In China bist du dagegen ein Superstar. Wie gehst du mit der Aufmerksamkeit zu Hause um?

Ich bin das längst gewohnt. In China gehe ich einfach nicht auf die Straße (lacht). Ich bleibe lieber zu Hause und spiele die Nanny für das Kind meiner Schwester. Er wird diesen Monat 3 und ich liebe es, Zeit mit ihm zu verbringen. Er ist gerade das Wichtigste für mich. Jetzt habe ich so viel von ihm erzählt, dass ich ihn wahnsinnig vermisse. Ich würde jetzt gerne zurück nach China fliegen, um ihn zu sehen.

Hast du deinem Neffen in Berlin ein Present gekauft?

Nein, leider hatte ich bisher keine Zeit ihm etwas zu kaufen. Dafür bringe ich ihm ein Küsschen mit. Ich wollte eigentlich ein Geschenk holen, aber dann habe ich gehört, dass die Einkaufszentren in Deutschland Sonntags geschlossen bleiben. Das ist absolut verrückt! Zuerst hat man mir gesagt, sie bleiben das ganze Wochenende dicht. Ich war schon entsetzt und habe mich gefragt, wie ihr dann überhaupt einkaufen könnt, bis ich erfahren habe, dass ihr Samstags gehen könnt.

by Sima Moussavian

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