Gravity

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Mit “Gravity” gelingt dem mexikanischen Filmemacher Alfonso Cuaron ein packender Weltraum-Thriller, der neben der grandiosen Optik auch mit Tiefgang überzeugen kann

372 Meilen über der Erde befindet sich das Raumschiff “Explorer” auf einer Routinemission. Unter den fünf Besatzungsmitgliedern sind auch die medizinische Ingenieurin Dr. Ryan Stone (Sandra Bullock) und ihr weltraumerfahrener Kollege Matt Kowalsi (George Clooney). Als Ryan das Raumschiff verlässt, um am Weltraumteleskop ein neues Scanner-System zu installieren, begleitet sie Matt. Kurz vor dem Ruhestand ist sein großes Ziel, den bisherigen Rekord für den längsten freien Flug eines einzelnen Menschen im Weltall zu brechen. Die Stille des Moments wird brachial von den Überresten eines verunglückten Satelliten zerrissen. Während die “Explorer” von den Schrottteilen des Satelliten zerstört wird – und somit auch die an Bord gebliebenen Astronauten ihr Leben verlieren – bleiben Ryan und Matt unversehrt. Allerdings ist ihr Kontakt zur Bodenstation abgebrochen und weit und breit keine Hilfe in Sicht…

“Gravity” ist ein Zwei-Personen-Abenteuer der galaktischen Art, das in seiner Intensität an den Independent-Thriller “Open Water” erinnert – nur dass die Protagonisten nicht auf dem Meer treiben, sondern im Weltall umherschweben. Beide haben gemeinsam, dass trotz des weiten Raums eine klaustrophobische Atmosphäre entsteht, da die Figuren ihrem Umfeld nicht entfliehen können. Bei “Open Water” sind die Gefahr die Haifische und die Wasserknappheit, bei “Gravity” ist es in erster Linie der ausgehende Sauerstoff und die damit verbundene Angst vor dem möglichen Tod, von der die Astronauten ergriffen sind.

Für George Clooney Rolle stimmt das mit der Angst nur bedingt, denn der von ihm verkörperte alte Weltraumhase hat auch in der größten Not immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Für diesen Part eignet sich der lässige Schauspieler perfekt und dient dazu, einen Gegenpool zu der von Sandra Bullock verkörperten Dr. Stone zu schaffen. Sie ist es, die im Angesicht des Todes beinahe hyperventiliert. Zudem plagen die Astronautin Verluste aus der Vergangenheit, was von Regisseur Alfsonso Cuaron gut durchdacht mit der existentiellen Notsituation verknüpft wird.

Neben dem intensiven Spiel der Darsteller führt auch die überwältigende Optik und der geschickt platzierte Score dazu, dass der Zuschauer von Beginn an von der Inszenierung gepackt wird: So werden dem Betrachter atemberaubende Weltraumaufnahmen geboten, ruhige Momente gehen von einer Sekunde zur anderen in laut tosende Szenarien über und auch die 3D-Effekte kommen wirkungsvoll zum Einsatz. Ob der Thriller seine Spannung auch im Heimkino-Format entfalten kann, ohne dass sich die Weiten des Alls vor dem Zuschauer in voller Leinwandgröße auftun, bleibt abzuwarten – eine außergewöhnlicher Trip in den Weltraum und in das Innere der Protagonistin ist “Gravity” allemal.

by Stefan Huhn


Infos zu Gravity
 
Kinostart03.10.2013
Länge120 Minuten
GenreSci-Fi/Abenteuer
RegieAlfonso Cuaron
DarstellerSandra Bullock,
George Clooney,
Basher Savage
u.a.
u.a.
VerleihWarner Brothers Pictures
Punkte7 / 10

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