Ender’s Game

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Auf GRAVITY folgt mit ENDER’S GAME das nächste Weltraumabenteuer, das mit atemberaubenden Bildern, Effekten und kritischer Haltung punktet, sich aber zu wenig Zeit für die Ausgestaltung der Charaktere nimmt

Wie diese Jahr schon mehrmals erlebt handelt es sich auch bei Hoods ENDER’S GAME um eine Romanverfilmung, die sich mit der Stoffselektion etwas schwer getan hat. Die für eine Romanadaption relativ kurze Spielzeit lässt Gegenteiliges vermuten, doch ENDER’S GAME beweist, dass eine Limitation der Erzählzeit nicht zwingend mit einer stofflichen Selektion zusammenhängt. In rasantem Tempo jagt der Film den Zuschauer durch so gut wie alle Aspekte der Romanvorlage – zumindest hat er auf diese Weise alle interessanten Komponenten der ursprünglichen Geschichte abgedeckt. Wer den Roman kennt, der wird die rasende Geschwindigkeit vielleicht sogar genießen, für alle anderen stellt sich das Lichtgeschwindigkeitstempo als etwas unangenehm heraus. Besonders schlecht wirkt sich die Geschwindigkeit auf die Nebencharaktere aus, die so wenig an Farbe gewinnen, dass sogar eine Umbesetzung inmitten des Films kaum aufgefallen wäre. Eine Ausnahme bildet hier Ben Kingsley, dessen persönliche Charakterstärke sich auch von narrativer Lichtgeschwindigkeit nicht hinfort waschen lässt.

Die Aliens waren da, der Krieg ist gewonnen, doch ein zweiter Kampf steht unmittelbar bevor, wenn davon auch kaum einer weiß. Deshalb werden die neuen Super-Kämpfer ausgebildet – darunter der gerade mal 12 Jahre junge Wiggin, der etwas gaaanz Besonderes ist und als neue Art Führer vielleicht alles verändern wird. Spirituelles Gurutum darf in der modernen Zeit der transzendentiellen Suche natürlich nicht fehlen und brav hat auch ENDER’S GAME die Must-Have-Komponente in seine Narration integriert. Die Einzelerzählteile des Films erinnern schließlich etwas an DIE LEGENDE VON AANG vermengt mit ein bisschen AVATAR, den TRIBUTEN VON PANEM und ein paar technisch orientierten Sci-Fis. Zugegebenermaßen hat Hood seine Einzelteile durchaus flüssig miteinander verwoben, dem Riesenhype um ENDER’S GAME wird seine Erzählung aber nur schwer gerecht.

Obwohl insgesamt ohnehin recht wenig Zeit bleibt, verwendet er einen grausamen Haufen der verbliebenen auf die detaillierte Schilderung von Schlacht-Taktiken, was zusammen mit subtiler Militärskritik zwar der Romanvorlage gerecht wird, sich dabei aber dennoch gewöhnungsbedürftig wenig filmisch anfühlt. Was bei Erscheinen von Orson Scott Cards Roman im Jahre 1985 noch innovativ war, hat auch heute noch Potenzial, doch vollends ausgeschöpft hat Hoods Umsetzung jenes nicht. Effekte und Action des Films bleiben durchaus sehenswert und entfalten trotz des Tempos eine mitreißende Qualität. und Ästhetik. Auch Asa Butterfield als jungen Hoffnungsträger für den Kampf gegen die Aliens zu beobachten, macht Spaß und hilft, die gewöhnungsbedürftigen Technik-Komponenten durchzustehen.

by Sima Moussavian

Infos zu Ender's Game
 
Kinostart24.10.2013
Länge123 Minuten
GenreSci-Fi/Action
RegieGavin Hood
DarstellerAsa Butterfield,
Ben Kingsley,
Harrison Ford
u.a.
VerleihConstantin Film
Punkte7 / 10

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