Elysium

Bildgewaltiger Science-Fiction-Thriller mit gesellschaftskritischer Message.

Im Jahre 2154 gleicht die Erde einem Trümmerhaufen. Die verarmte Bevölkerung lebt in flächendeckenden Slums. Nur wenige haben Arbeit und müssen auch noch für das Wohlergehen der Menschen schuften, die auf der 400 Kilometer entfernten Raumstation Elysium ein privilegiertes Leben führen. Mittels höchstentwickelter Technologien ist nahezu jede Krankheit der Bewohner heilbar. Versucht ein Erdenbewohner jedoch, auch ein Stück von der heilen Welt zu ergattern, wird er von Elysiums skrupelloser Verteidigungsministerin Delacourt (Jodie Foster) mit allen Mitteln gestoppt. Da ihre brutale Vorgehensweise von den anderen Politikern Elysiums zunehmend kritisch gesehen wird, plant Delacourt einen Putsch mit Hilfe des Wirtschaftsbosses John Carlyle (William Fichtner). Dieser beutet auf der Erde seine Arbeiter aus. Einer von ihnen ist der vorbestrafte Max De Costa (Matt Damon). Als Max bei einem Arbeitsunfall verstrahlt wird, bleiben im nur noch fünf Tage zu leben. Allein ein Trip nach Elysium könnte ihn heilen – dafür muss er dem Unterweltboss Spider (Wagner Moura) bei dessen Vorhaben helfen, Carlyle zu töten, um so in den Besitz von höchst brisanten Daten zu kommen, die dem Besitzer die Herrschaft über Elysium garantieren.

Flüchtlingsströme, die in Europa und den USA brutal unterbunden werden, sind in der heutigen Zeit keine Seltenheit. Zudem nimmt die soziale Ungerechtigkeit auch in den wirtschaftsstarken Ländern immer mehr zu. Dieser Problematik widmet sich auch Regisseur Neill Blomkamp in “Elysium”, indem er das düsterer Bild einer futuristischen Gesellschaft zeichnet, in der sich wenige Privilegierte auf Kosten der übrigens Menschheit bereichern und es sich an einem im Weltall entlegenen Ort gut gehen lassen. Schon die Optik des Science-Fiction-Krachers ist ein cineastischer Hochgenuss: Die titelgebende Raumstation mit ihren schicken Häusern und den satten Grünanlagen hat paradiesischen Charakter – im krassen Gegensatz dazu steht das heruntergekommene Bild der Erde mit ihren verwaisten Hochhäusern und den schäbigen Hütten, in denen die Menschen sozusagen als Bürger zweiter Klasse leben müssen.

Auch die Action hat es in sich. Während der thematisch verwandte Endzeit-Thriller “Oblivion” doch recht massenkompatibel und zahm inszeniert ist, geht Blomkamp energisch zur Sache und lässt schon mal Köpfe explodieren und Kehlen durchschneiden. Hinsichtlich der Darsteller machen die beiden werbeträchtigsten auch die beste Figur: In erster Linie überzeugt Matt Damon, der als oberkörpertätowierter Krimineller mal in einem ganz anderen Licht erscheint und tapfer die vielen Nackenschläge einsteckt, bis er zum Helden aufsteigt. Und Jodie Foster beweist, dass sie auch als unterkühlte und kaltschnäuzige Machtfrau auf der Kinoleinwand überzeugen kann. Einziges Manko ist die sehr konventionelle und vorhersehbare Handlung, so dass der Zuschauer nicht mit allzu vielen Überraschungen rechnen darf. Auch wenn “Elysium” im Gegensatz zu Blomkamps vielschichtigem Debütfilm “District 9″ inhaltlich an der Oberfläche bleibt, sind Atmosphäre, Look und Action auf einem sehr hohen Niveau.

by Stefan Huhn


Infos zu Elysium
 
Kinostart15.08.2013
Länge110 Minuten
GenreScience Fiction / Action
RegieNeil Blomkamp
DarstellerMatt Damon,
Jodie Foster,
Sharlto Copley
u.a.
u.a.
VerleihSony Pictures
Punkte7 / 10

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