Die Auserwählten – Helden des Widerstands

die_auserwaehlten_helden_des_widerstandsZähes Kriegsdrama mit pathetischer Grundstimmung und absurder Logik

Ungarn 1944: Im von den Nazis besetzten Land werden 400.000 ungarische Jugden in Konzentrationslager deportiert und ermordert. Auch der jüdische Anwalt Sonson (Luke Mably) lebt in permanenter Gefahr. Als seine Frau an Krebs erkrankt, werden ihr als Jüdin die notwendigen Medikamente verwehrt, was zwangsläufig ihren Tod zur Folge hat. Als dann auch noch ihre Schwester Judith (Ana Ularu) depotiert wird, schließt sich Sonson wütend dem ungarischen Widerstand an…

Als Rahmenhandlung von “Die Auserwählten – Helden des Widerstands” dient das Aufeinandertreffen eines nach dem Zweiten Weltkrieg nach Amerika ausgewanderten ungarischen Juden (Harvey Keitel) und dessen kleinem Enkel. Großväterlich weise – und im Laufe der Erzählung zunehmend erschöpft – gibt der Holocaust-Überlebende seinem Nachkommen eine Geschichte über menschliches Leid und Heldenmut mit auf den Lebensweg. Die wenigen Sätze, die Keitel von sich geben muss, sind schon mit einigen kitschigen Phrasen versehen, die visuell dargestellte Geschichte, also der Hautpteil von Jasmin Dizdars Inszenierung, wirkt noch mehr an den Haaren herbeigezogen.

Angeblich auf wahren Begebenheiten beruhend scheut der Regisseur in seinem Kriegsdrama keine Schwarz-Weiß-Malerei, wenn er die ungarische Polizei als Handlanger der Nationalsozialisten zeigt, während jede Aktion der Rebellen mit einer Riesenportion Pathos garniert wird. Deren Trick, sich in SS-Uniformen als Nazis auszugeben, wäre eine spannende Angelegenheit, erscheint aber (zumindest wie es im Film dargestellt wird) äußerst unglaubwüdig, da dem Wortführer Sonson uneingeschränkt jeder Deutsche sofort auf den Leim geht. Woher kann der Ungar plötzlich so aktenzfrei deutsch sprechen? Auch ein fingierter Brief von Heimlich Himmler wird wortlos akzeptietiert.

Zudem sind die Übergänge zwischen den einzelnen Etappen des Protagonisten sehr sprunghaft – greadezu lieblos abgedreht – und auch seine Interaktionen mit den anderen Charakteren wirken seltsam gekünstelt und oberflächlich, so dass keine Chance seitens des Zuschauers zur Identifkation mit dem Helden besteht. Lediglich die Kämpfe zwischen Rebellen und Wehrmachtssoldaten halten einen aktzeptablen Standart, wobei es auch das alles schon viel packender und stimmiger gegeben hat. Das Genre des Kriegsfilms hat auf vielen Ebenen herausragende Filme hervorgebracht – dieser hier gehört definitiv nicht dazu.

4/10 Punkten / by Stefan Huhn

©Trailer & Bilder: Pandastorm Pictures

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