DEALER – Trip in die Hölle

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Hochexplosiver Milieu-Thriller mit Wackelkamera, derber Sprache und ungeschönten Details aus dem Leben eines Drogendealers.

Um mit seiner Tochter aus dem kriminellen Sumpf seines Alltags als Drogendealer zu entfliehen, will Dan (Dan Bronchinson) noch ein letztes großes Geschäft abwickeln. Für Gangsterboss Delo (Bruno Henry) soll er ein Kilo Kokain in drei Stunden auftreiben und dafür 45.000 Euro kassieren. Dann aber kommen ihm die Drogen abhanden und er hat nur bis zum Ende des Tages Zeit, um sich von seinen Schulden reinzuwaschen. Beim folgenden nächtlicher Trip durch den urbanen Underground setzt Dan alles daran, das Geld zu beschaffen, doch die Pariser Unterwelt hat mehr als nur eine böse Überraschung für ihn parat…

Regisseur Jean-Luc Herbulot lässt von Beginn an keine Zweifel offen, dass bei seinem Drogen-Thriller “DEALER – Trip in die Hölle” Nicolas Winding Refns “Pusher”-Trilogie Pate stand. Der hektische Sound, die schnellen Schnitte, die Einblendung der Charaktere und Erzählabschnitte weisen eindeutig auf das dänische Vorbild hin. Die Transferierung auf das französische Milieu kommt aber nicht etwa als liebloses Plagiat, sondern als eigenständige Interpretation mit einer Extraportion Gewalt und Zynismus rüber.

Zu Beginn führt Protagonist Dan führt den Zuschauer mit direkter Ansprache in seine Welt ein, schwadroniert über vergangene Drogen- und Party-Exzesse und stellt sich selber als Untergrund-Szenengröße dar. Sein Wunsch auszusteigen, um seiner Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen, zeigt aber auch seine verletzliche Seite. Doch der finale Deal geht – natürlich – schief, um der Inszenierung die Ausgangslage einer klassischen One-Man-Show zu ermöglichen. Was die Hauptfigur dabei durchmacht, erinnert auch an Jason Stathams Trip in “Crank” – mit dem Unterschied, dass die französische Variante nicht als überzogener Drogen-Thriller funktionieren soll, sondern auf harten Realismus setzt, wobei auch Hauptdarsteller Dan Bronchinson deutlich authentischer rüberkommt als sein amerikanisches Pendant.

Hier hat fast jeder Charakter Dreck am Stecken. Das reicht vom Unterwelt-Boss Delo, der mit sadistischer Ruhe foltern und töten lässt, über den Familienvater als Freier und die habgierige Prostituierte – bis hin zu Dan selbst, der zwar ein ehernes Ziel vor Augen hat, sich in seiner Vorgehensweise aber auch als Täter zu erkennen gibt. Durch den Einsatz der Wackelkamera und das enorme Tempo wird der Betrachter hineingezogenen in die seelischen Abgründe der Figuren, begleitet von blutigen Konflikten, verbalen Obszönitäten und einem Protagonisten, der beim Versuch etwas Gute zu tun, stets von seiner sündhaften Natur eingeholt wird.

by Stefan Huhn

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Infos zur DVD & Blu-ray von DEALER - Trip in die Hölle
 
Veröffentlichung06.11.2015
Länge75 Minuten
GenreThriller/Action/Krimi
Regie Jean-Luc Herbulot
DarstellerDan Bronchinson, Elsa Madeleine, Salem Kali
u.a.
VerleihAlive AG
Punkte8/10

Copyright Trailer & Bilder: © Alive AG

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