Das ist das Ende

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Vulgär, wenig stimmig, skurril und etwas überladen – doch macht die Komödie Spaß offensichtlichen ihrem Cast, in genügend Momenten aber auch dem Zuschauer


Die Welt ist grausam und ein öffentliches Leben unter den Augen aller Welt kann hart sein. Einige jammern. Andere echauffieren sich. Manche laufen Amok und beginnen, ihr Leben zu hassen und dann wären da noch solche, die wie Comedian Seth Rogen herzlichst darüber lachen – unter den Augen selbiger Welt, die es ihnen so hart gemacht hat. Selbstironie ist der große Bruder der Glückseligkeit, so oder ähnlich wird Rogen gedacht haben, als ihm die Idee zu seiner Komödie “Das ist das Ende” schoss. Gesagt, weitererzählt und zusammen mit James Franco, Jonah Hill und den üblichen Verdächtigen des Judd Appatow-Casts getan. “Das ist das Ende” ist nicht etwa das Ende, sondern erst der Anfang. Der Anfang einer neuen Humor-Richtung, wie es einem nach Rogens selbst-ironischem, chaotischen, ordinären und brutalen Komödien-Werk zu hoffen bleibt.

Der Weltuntergang steht bevor, als sich ein gutes Dutzend hochkarätiger Hollywood-Stars auf einer Party unter homosexuell angehauchtem und narkotisiertem Host James Franco versammelt. Die Überlebenschancen stehen nicht allzu gut, wie könnten sie auch, denn das Haus ist voller Kiffer, Junkies, Brutalos und Sektenmitglieder. Manchmal ist wohl nichts überraschender und witziger als das, was man als Star täglich über sich lesen darf. Warum all das Gelesene, Stereotype und Gemeine da nicht nutzen, um daraus Millionen zu machen? Jason Segel, James Franco, Jonah Hill und Rogen selbst schlagen sich während der Apokalypse gemeinsam mit Showbizz-Größen wie Rihanna oder Emma Watson um das Überleben in Kannibalismus, dem eigenen Dreck und der sektenartigen Beschwörung.

Die Essenz von “Das ist das Ende” ist dabei genauso dramatisch wie urkomsich, genauso hart, wie bitter-süß und genauso übersteigert, wie existenziell wahrhaftig. “Leckt mich doch.” – das ist die offenkundige Botschaft der Komödie. Weil Rogen die Welt dabei zum Mitlachen auffordert, sei es ihm verziehen. Das schauspielerische Engagement seines Casts zumindest könnte größer kaum sein, denn “Leckt mich doch!”, das ist eine Botschaft, die ihnen doch allen am Herzen liegen dürfte – sei es Jason Segel, dem, wie die Presse es gerne beschreibt, bemitleidenswerten Alkoholiker, James Franco, dem, wie nach seinem Oscar-Hosting in den Medien breit getreten, humorlosem Dauer-Junkie mit Kunst-Fabel und homosexueller Neigung, oder Rihanna, der gebeutelten Skandal-Nudel in Co-Abhängigkeit von Brutalo Chris Brown, wie täglich neue Meldungen verlauten lassen.

Uneigennützigkeit als Moral, ein verrückter Cocktail aus Comedy, Horror und Action und ein Spitzencast – im Grunde hört sich “Das ist das Ende” fast perfekt an. Das Problem: sein Spitzencast kann in Rogens Streifen nicht glänzen, weil die Persönlichkeiten der angelegten Charaktere sich kaum von einander abheben und mit der Zeit ähnlich der Genre zu einer etwas faden Suppe zerfließen – ja, tatsächlich scheinen alle Figuren ab Mitte des Films Seth Rogen selbst zu sein und mag man ihm auch das verzeihen können, da “Das ist das Ende” nun mal sein Film ist und noch dazu sein erster, so kommt man doch nicht umhin festzustellen, dass aus Rogens Idee mehr hätte herausgeholt werden können.

“Das ist das Ende” ist vulgär, wenig stimmig, skurril und etwas überladen, doch macht die Grundidee der Komödie trotz alledem Spaß – offenbar ihrem Cast, das den Ton des Witzes angibt, in genügend Minuten aber auch dem Zuschauer, der von einem mal trägen, mal potenzialhaltigen Witz in einen Horror-Moment und von dort aus in eine schöne Moral geworfen wird.

by Sima Moussavian


Infos zu Das ist das Ende
 
Kinostart08.08.2013
Länge107 Minuten
GenreKomödie
RegieSeth Rogen
DarstellerJames Franco,
Seth Rogen,
Jonah Hill
u.a.
VerleihConstantin Film
Punkte6 / 10

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