Captain Phillips

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Furioses Thriller-Drama von Paul Greengrass, das den Zuschauer dank spektakulärer Kameraführung und einem Tom Hanks in Bestform in den Bann zieht

Während seiner Überfahrt ins kenianische Mombasa wird das Containerfrachtschiff Maersk Alabama von Piraten angegriffen. Captain Richard Phillips (Tom Hanks) und seine 20 Mann starke Crew können nicht verhindern, dass die vier schwer bewaffneten somalischen Piraten das Schiff kapern. Ihr Anführer Muse (Barkhad Abdi) und seine Mannschaft Bilal (Barkhad Addiraham), Najee (Faysal Ahmed) und Elmi (Mahat M. Ali) erhoffen sich Beute in Millionenhöhe. Doch Phillips muss den Freibeutern unmissverständlich klar machen, dass nur einige tausend Dollar in bar an Bord sind. Nachdem Muse sich selbst davon überzeugt hat, dass auf Maersk Alabama nichts zu holen ist, entwenden die Freibeuter ein kleines Rettungsboot, mit dem sie zurück an die Küste wollen. Dabei nehmen sie Phillips als Geisel mit auf die Flucht…

Tom Hanks bewies bereits in dem modernen Robinson Crusoe-Abenteuer “Cast Away – Verschollen”, dass er in der Lage ist, Figuren in Extremsituationen glaubwürdig zu verkörpern. In dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Thriller-Drama “Captain Phillips” ist er nicht den Naturgewalten und den Gegebenheiten einer einsamen Insel ausgeliefert, sondern fällt in die Hände von neuzeitlichen Piraten. Diese werden dem Zuschauer schon zu Beginn als ein Haufen armer Fischer präsentiert, die lediglich im Auftrag skrupelloser Warlords die Drecksarbeit erledigen müssen. Auf diese Weise werden einfache Männer zu einer echten Bedrohung für die US-amerikanische Schiffsbesatzung – und Richard Phillips, der in der Einführung im Dialog mit seiner Frau (Catherine Keener) als sehr bedacht und ruhig charakterisiert wird, muss sich dieser Gefahr als Verantwortlicher Captain stellen- zumal er nach der Entführung ganz auf sich allein gestellt ist. Die Darstellung der Gratwanderung eines Mannes, der aus dem Alltag gerissen wird und sich mit aggressiven Kriminellen auseinandersetzen muss, wird von Tom Hanks mit Bravour gemeistert – der psychische und körperliche Stress der Hauptfigur spiegelt sich jederzeit in Mimik und Gestik des Schauspielers wider.

Während der Captain trotz permanenter Bedrohung stets die notwendige Ruhe behält, sind sich die Piraten bezüglich ihrer Forderungen und der Hierarchie untereinander überhaupt nicht einig. Diese Unberechenbarkeit wird von den Darstellern authentisch umgesetzt, wobei ein wenig mehr Charakterisierung jedes einzelnen Freibeuters wünschenswert gewesen wäre, um ihr Handeln noch plausibler zu machen. Das Anliegen von Regisseur Paul Greengrass mit “Captain Phillips” auch auf Probleme sozialer Ungerechtigkeit hinzuweisen, wird trotzdem deutlich – nicht nur einmal machen die somalischen Piraten dem Captain deutlich, dass nun sie es sind, die einem US-Amerikaner die Regeln diktieren. In erster Linie funktioniert der Film aber als spannungsgeladener Hochsee-Thriller – auch dank exzellenter Kameraführung und den schnellen Schnittfolgen, durch die der Betrachter buchstäblich mit an Bord des konfliktbeladenen Schiffs genommen wird. Wie schon als verantwortlicher Regisseur von Teil zwei und drei der “Bourne”-Filmreihe sorgt Greengrass für hohes Tempo und packende Spannung, zu der sich bei “Captain Phillips” noch der sozialkritische Ansatz sowie Tom Hanks mit einer Top-Performance hinzugesellen.

by Stefan Huhn

Infos zu Captain Phillips
 
Kinostart14.11.2013
Länge134 Minuten
GenreDrama/Thriller
RegiePaul Greengrass
DarstellerTom Hanks,
Catherine Keener,
Barkhad Abdi
u.a.
Jared Harris
u.a.
VerleihSony Pictures
Punkte7 / 10

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