Battle of the Year

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Benson Lee adaptiert seine eigene Doku in einem soapdramatischen Spielfilm mit rasant geschnittenen Akrobatik-Sequenzen und bricht sich beim waghalsigen Sprung in die filmische Narration unglücklicherweise das Genick

Was Marlon Wayans und Co mit der ALLERLETZTE TANZFILM schon vor 4 Jahren auf die Schippe genommen haben, war gar nicht weit so hergeholt. Genau das beweisen die dramatischen Sequenzen von BATTLE OF THE YEAR, die überspitzter kaum sein könnten. Aus sich heraus wirkt das Soap-Drama der Narration fast genauso komisch, wie eine gute Tanzfilm-Satire. Zwar versucht Josh Holloway, für den nötigen Ernst zu sorgen, doch trotz schauspielerisch unumstrittenem Können gelingt ihm das nur in Maßen, denn dass er als geplagter Alkoholiker und verwitweter Wiedereinsteiger in das Breakdance-Coaching ganz in seinem Element ist, lässt die fehlende Tiefe um den Mann herum umso mehr auffallen. Zusammenpassen will hier narrativ und konzeptionell kaum etwas: Am allerwenigsten wahrscheinlich das Cast aus Holloway als Ernstfaktor, der offenherzigen Caty Lotz als Erotikfaktor und einem Chris Brown als Weiß-Nicht-Was, wo der schlussendlich doch weder mit den Choreographien mithält, noch ein angemessen schauspielerisches Spielfilm-Niveau unterstützt.

So pathetisch die dramatischen Momente auch angelegt wurde, ist der Telenovela-Touch längst nicht das Pathetischste an dem Tanzfilm. Unangenehm wird vor allem der USA-Pathos, der als auslösendes Moment (!!!) der Filmhandlung dient: Eine US-Truppe soll endlich wieder den Battle of the Year gewinnen und als das Finale erreicht ist, geht es, wie könnte es anders sein, natürlich in flaggentreuen Farben auf die Bühne.

In den Tanz-Sequenzen zeigt Benson Lee dann endlich, was er als Regisseur beherrscht: In Sachen ästhetisch rasante Montage, rhythmisch getimte Bildkomposition und dynamisches Kamerasetting lässt ihn so schnell zweifelsohne nichts aus dem Takt geraten. Mit einer rasenden Geschwindigkeit und animierenden Beats geht es voran, sodass der Zuschauer die Aufregung des Battles mit dem bloßen Auge sieht und am eigenen Leib erfährt, bis er selbst die Füße kaum mehr still halten kann. Wäre Lee doch nur bei der Tanz-Dokumentation geblieben, anstatt seinen eigentlichen Fokus auf eine pathetisch-konventionelle Soap-Narration zwischen Tanz-Freundschaften und Tanz-Verfeindungen unter den aufdringlichen Farben der amerikanischen Flagge zu erweitern.

by Sima Moussavian

Infos zu Battle of the Year
 
Kinostart28.11.2013
Länge110 Minuten
GenreMusik/Tragikkomödie
RegieBenson Lee
DarstellerJosh Holloway,
Las Alonso,
Josh Peck
u.a.
u.a.
VerleihSony Pictures
Punkte4/10

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